solak okanDie Spvgg. Erkenschwick hat sich am Sonntag leichtfertig all das kaputtgemacht, was sich die Mannschaft in Ennepetal am Vorwochenende mühsam aufgebaut hatte. Die 1:4 (1:2)-Niederlage gegen FC Brünninghausen haben sich die Schwarz-Roten selbst eingebrockt. Wenn man über die Gründe für die weitgehend chancenlosen „Schwicker“ schreiben möchte, ist das kleine Wort „zu“ leider allzu häufig im Spiel. Zu weit weg standen die Schwarz-Roten oft von ihren Gegenspielern, zu viele Räume boten sie ihnen an, dafür aber investierten sie insgesamt zu wenig, um einem solide auftretenden Aufsteiger gefährlich werden zu können. Das Wort „zuhören“ fällt im Übrigen auch in die besagte Reihe.

Mindestens zwei Treffer fielen auf eine Art und Weise, auf die Zouhair Allali seine Mannen im Training extra hingewiesen hatte – offenbar war er auf taube Ohren gestoßen, wie der Trainer sichtlich mitgenommen bemerkte.

In diese Kategorie gehörte bereits das 0:1, das Florian Gondrum nach 13 Minuten erzielte. Ausgangspunkt war ein langer Diagonalball aus der eigenen Hälfte von Andreas Kluy, der nicht attackiert wurde. Zu allem Überfluss ließ sich damit auch der erfahrene Spvgg.-Kapitän David Sawatzki überspielen, der sich seinen 150. Oberliga-Einsatz für die Spvgg. sicher anders vorgestellt hatte.

Die beste Phase der Platzherren begann nach dem Rückstand, auch wenn Torszenen insgesamt lange Zeit Mangelware waren in dieser Partie. In der 25. Minute spielte die Spvgg. erstmals so, wie es sich der Trainer vorstellt: Dank einer aus einer Überzahl-Situation resultierenden Balleroberung, kam Semih Demiroglu zur Flanke in den Rücken der Brünninghauser Abwehr. Okan Solak schloss mit einem herrlichen Schuss zum 1:1 ab.

Noch vor der Halbzeit schlug der Aufsteiger zurück: Arif Et hatte in der 38. Minute alle Zeit, sich 25 Meter vor dem Erkenschwicker Tor den Ball zurecht zu legen und abzuziehen. Erstaunlich war dabei, dass Spvgg.-Keeper Oberwahrenbrock doch ziemlich überrascht schien, als der Ball sich tatsächlich aufs Tor zubewegte (und einschlug).

Die erneute Führung spielte Brünninghausen in die Karten. „So konnten wir aus unserer Ordnung die Konter fahren“, wie ein zufriedener FCB-Trainer Alen Terzic meinte. Das vorentscheidende 1:3 fiel laut Allali wieder nach Ansage: Einen Freistoß auf den zweiten Pfosten köpfte Alexander Enke quer zum Spvgg.-Kasten, wo Gondrum völlig frei leichtes Spiel hatte, aus kurzer Distanz zu treffen.

Es gab danach noch einen Hauch von Gegenwehr der Gastgeber: Ibrahim Erdem hatte zwei gute Schusschancen (62. und 64.) und traf dabei einmal den Pfosten. Das 1:4 nach 66 Minuten durch Arif Et aber erstickte die Bemühungen jäh. Das beste am Spiel war danach der definitiv nicht zu späte Abpfiff von Schiedsrichter Severins.

von Olaf Krimpmann

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