allali zouhair 9Alles wie fast immer am Stimberg: Oberligist Spvgg. Erkenschwick zeigte sich auch an diesem Sonntag einsatzfreudig und bissig, es gab Lob vom Gegner – die Punkte aber sind futsch. In diesem Falle sackte sie die Hammer SpVg. ein, die ein bemerkenswertes Spiel mit 3:1 (0:0) gewann. Bemerkenswert unter anderem, weil Erkenschwicks Trainer Zouhair Allali in der 69. Minute des Innenraums verwiesen war. Allali hatte die am Ende alles entscheidende Szene, die sein Team in die erneute Niederlage führte, etwas zu heftig kommentiert.

 Außer sich: Erkenschwicks Trainer Zouhair Allali, der hier von Schiedsrichter Stefan Tendyck des Innenraums verwiesen wird.  Foto: Olaf Krimpmann

 

Auch viele Minuten nach Spielschluss war der 35-Jährige kaum zu beruhigen. „Ich habe mal gelernt, dass es im Fußball ungeschriebene Gesetze gibt“, giftete Allali in Richtung Schiedsrichter Stefan Tendyck wie auch in Richtung der Hammer SpVg. Wie etwa, den Ball ins Aus zu schießen, wenn ein Spieler verletzt am Boden liegt…

Denn was den Trainer und seine Mannen derart erzürnte, lag auf der Hand: Schiri Tendyck hatte ein Foulspiel von Dalibor Gataric an Dennis Weßendorf in Höhe der Trainerbank übersehen. Weßendorf („Ich war vor ihm am Ball, er trifft mich“) blieb verletzt am Boden, Hamm nutzte den nun freien Raum auf der rechten Erkenschwicker Abwehrseite, um in Überzahl das 2:1 durch Manuel Dieckmann zu erzielen.

Hamms Trainer Sven Hozjak räumte ein: „Unser zweites Tor fiel aus einer Situation, die nicht glücklich war. Das war so nicht gewollt von uns.“ Allerdings habe er den verletzten Weßendorf eher neben der Seitenauslinie liegen gesehen als im Spielfeld, Weßendorf habe sich hernach „reingerollt“.

Wie auch immer: Der Treffer, der für Spvgg.-Keeper Marvin Kröger unhaltbar, da abgefälscht war, besiegelte die elfte Erkenschwicker Saisonniederlage. Auch wenn die Schwarz-Roten am Ende alles auf eine Karte setzten, auch wenn sie durch Marco Kampmann noch einen Pfostentreffer hatten (75.), reichte es nicht, um den erneuten Rückstand nochmals zu drehen.

In der 58. Minute waren die Platzherren vor 123 Zuschauern schon einmal in Rückstand geraten, als Danijel Gataric mustergültig Dieckmann bediente, der aus kurzer Distanz keine Mühe hatte. Keine 60 Sekunden später verlängerte Semih Demiroglu einen Eckball von Ibrahim Erdem mit dem Außenrist zum 1:1 ins Hammer Tor.

Was beweist: Die Moral ist unverändert intakt. Und auch das taktische Gefüge stimmte. Zwar kam Hamm in den ersten 45 Minuten zu zwei Aluminiumtreffern durch Pihl (18.) und Gataric (39.), richtig zwingend war der Tabellenzweite aber lange nicht. Weil Erkenschwick die Räume eng machte und sich der Aufgabe stellte.

Dass dabei das eigene Offensivspiel mitunter etwas zäh war, musste Trainer Allali hinnehmen: „Unser Ziel ist es nicht, den Gegner zu dominieren“, so der Trainer. Seine Marschroute schien dem Erkenschwicker Übungsleiter auch Recht zu geben – bis eben zur jenen ominösen 69. Minute, die Hamm eiskalt ausnutzte und die den Trainer derart auf die Palme brachte, dass ihm jetzt eine Geldstrafe droht.

von Olaf Krimpmann

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