viran ismael2Lange hatte sie ihre Anhänger warten lassen: In der gesamten Hinrunde war der Spvgg. Erkenschwick in der Oberliga Westfalen kein Heimsieg geglückt. Und zum Start in die Rückserie spannte die Allali-Elf ihre Fans inklusive Nachspielzeit gleich 96 Minuten lang auf die Folter! So lange dauerte es, ehe der Abpfiff durch Schiedsrichter Christopher Schütter die Gewissheit brachte: Die Spvgg. kann Heimsiege! Und das gegen ihren neuen Lieblingsgegner Eintracht Rheine.

 

 Die Entscheidung am Stimberg: Ismail Viran steht allein vor Rheines Keeper Nils Wiedenhöft und schiebt den Ball zum 3:1 ins Netz ein.  Foto: Olaf Krimpmann

„Daheim waren wir ein guter Gastgeber, jetzt gute Gäste“, ulkte FCE-Trainer Uwe Laurenz nach der verdienten 1:3-Niederlage seiner Elf am Stimberg. „Erkenschwick hat heute eine große Präsenz und Bissigkeit gezeigt“, lobte Laurenz, der in dieser Saison damit beide(!) Spiele gegen das Schlusslicht verlor.

Die „Schwicker“ verdienten sich den vollen und im Abstiegskampf so wichtigen Erfolg in der Tat redlich und hatten endlich auch das berühmte Glück des Tüchtigen: Zwar hatte Rheine in diesem Spiel nur wenige klare Torabschlüsse. Als jedoch Luca Meyer beim Stand von 2:1 an den Innenpfosten köpfte und der Ball auf dem Rücken des am Boden liegenden Spvgg.-Keepers Marvin Kröger landete und über die Linie zu rollen drohte, schien das Spiel gekippt (65).

Keine Ahnung wie, aber Kröger bekam das Rund artistisch mit einer Hand zu fassen und machte so die größte Chance zunichte. Durchpusten war angesagt, denn das Spiel bot Aufreger in Hülle und Fülle: Rund ein halbes Dutzend Gelber Karten zog Schiri Schütter alleine wegen Reklamierens.

Platzherren starten fulminant

Nach so viel Hektik hatte es zunächst nicht ausgesehen: Mit der wohl besten Saisonleistung bogen die „Schwicker“ früh auf die Siegerstraße ein, erzielten durch Semih Demiroglus sehenswerten Schuss an den Innenpfosten das 1:0 (12.) und Ibrahim Erdems überlegt abgeschlossenen Konter zum 2:0 (29.) verdient ihre ersten Tore. Erst ein Kunstschuss aus spitzem Winkel von Philipp Garmann über Marvin Kröger hinweg zum 2:1 (39.) weckte die Lebensgeister der Gäste.

Die versuchten nach Wiederanpfiff alles, erspielten sich Eckball um Eckball – die Rothemden aber warfen sich in jeden Ball – wie etwa Muhamed Demir in höchster Not bei einem Schuss von Luca Meyer (58.) oder Dennis Weßendorf, der in der 63. Minute den Ball von der Torlinie drosch.

Die bessere Physis sprach dann aber für die Platzherren. Denn als Rheine sein Pulver verschossen hatte, kamen die Rothemden zu einigen gefährlichen Kontern. Demiroglu und der eingewechselte Ismail Viran scheiterten zunächst knapp, dann sorgte Viran in der 86. Minute für die Erlösung.

Dass der Erkenschwicker zuvor im Abseits gestanden hatte, war für Jedermann ersichtlich. Schiedsrichter Schütter aber meinte, dass der Ball vom Gegner gespielt worden sei und überstimmte seinen mit der Fahne wedelnden Assistenten.

Auf der Rheinenser Bank gab es tumultartige Szenen, ein Inneraumverweis wurde ausgesprochen – Erkenschwicks Trainer Zouhair Allali meinte nach dem Spiel: „Wenn der Schiedsrichter das so entschieden hat, dann Hut ab!“ In der Vorwoche war bekanntlich Allali noch wegen allzu heftiger Schiri-Kritik aus dem Innenraum verwiesen worden...

von Olaf Krimpmann

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