coemez demirDas nennt man einen Einstand nach Maß: Jochen Mrowiec hat in seinem ersten Spiel für die Spvgg. Erkenschwick getroffen. Der von der Hammer SpVg. gewechselte Angreifer erzielte im Test gegen TuS 05 Sinsen in der 12. Minute per Kopf das 1:0. Am Ende feierten die Schwarz-Roten ein 3:0. Der Erfolg fiel, da waren sich die beiden Trainer Zouhair Allali und Martin Schmidt einig, um ein Tor zu hoch aus. Aber am Anfang der Vorbereitung hielten sich Euphorie einerseits wie Enttäuschung andererseits ohnehin in Grenzen.

Erkenschwicks Enes Coemez (vorn links) und Sinens Dominique Temming im Kampf um den Ball. Hinten schauen Mo Demir und Patrick Goecke zu. Foto: Krimpmann

  Es war eben ein erster Test, nicht mehr und nicht weniger.

45 Minuten waren der Oberligist und der benachbarte Westfalenligist auf Augenhöhe. Erkenschwick hatte nach dem frühen Führungstor noch eine gute Torchance durch Marco Kampmann, der mit einem fulminanten Distanzschuss an TuS-Keeper Jonas Weeke scheiterte (35.).

Sinsen hatte Pech bei einem gefährlichen, aber über die Querlatte fliegenden Kopfball von Alper Özgür (16.), und verpasste durch Timo Schumski nach Fehlpass von Tim Oberwahrenbrock im Erkenschwicker Tor eine weitere klasse Möglichkeit (20.): Schumski drosch den Ball unbedrängt über den Kasten und blieb zur Halbzeit in der Kabine. „Nicht als Strafe, er hatte muskuläre Probleme“, erläuterte Sinsens Trainer Schmidt.

Die zogen sich fortan durch sein Team, in den letzten zehn Minuten spielte der ohnehin nur mit einem kleinen Aufgebot angereiste TuS 05 mangels Alternativen sogar in Unterzahl. Am Freitagabend hatte Sinsen noch bei den Marler Stadtmeisterschaften in der Halle gekickt. „Die Umstellung ist nicht ohne, die Zeit eben sehr kurz“, erläuterte Schmidt. „Am Anfang der Vorbereitung ist das häufig der Fall, dass muskuläre Probleme auftreten.“

In den zweiten 45 Minuten waren die Platzherren klar spielbestimmend. Was Erkenschwicks Trainer Allali erfreute: „Wir haben endlich zu Null gespielt.“ Dass das so kam, dafür konnte sich der Übungsleiter bei Marvin Kröger bedanken. Der in der Halbzeit eingewechselte Schlussmann parierte glänzend gegen Elvis Salja, der nach einem Fehler von Mo Demir aus nächster Nähe zum Schuss kam (71.).

Insgesamt aber wirkte Erkenschwick nun agiler und zielstrebiger als der Gast. Dass die weiteren Tore erst in der Schlussphase fielen, als nur noch zehn Sinsener auf dem Feld standen, war vielleicht aus Sicht der Platzherren ein kleiner Schönheitsfehler, nicht aber für Trainer Allali: „In unserer Situation nehmen wir jedes Tor gern mit.“

Gerard Lubkoll (87.) und Ivan Benkovic (90.) trafen am Ende, womit die Erkenschwicker Offensivkräfte allesamt erfolgreich waren. Allali hatte mit Mrowiec und Benkovic gleich zwei gelernte Stürmer aufgestellt, was ihn in seiner Annahme bestätigte: „Wir haben jetzt mehr Optionen.“

Allerdings fehlten im ersten Testspiel des Jahres auf Erkenschwicker Seite noch einige kranke oder angeschlagene Spieler wie Semih Demiroglu, Ibrahim Erdem und David Sawatzki. Auf Gastspieler hatte Allali in dieser Partie im Übrigen noch verzichtet.

Am Dienstag im Test gegen den FC Iserlohn (19.30 Uhr, Kunstrasen Stimberg-Stadion) soll zumindest ein potenzieller Kandidat vorspielen.

von Olaf Krimpmann

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