demir muhamed5Im vierten Oberliga-Derby der „Neuzeit“ zwischen dem TSV Marl-Hüls und der Spvgg Erkenschwick hat es zum dritten Mal ein 1:1 gegeben. Ein Resultat, mit dem die abstiegsgefährdeten Gäste besser leben können als die Hausherren, die sich für ihre spielerische Überlegenheit am Ende nichts kaufen konnten. Zwar war der Tabellendritte im zweiten Durchgang deutlich überlegen, die zwingenden Aktionen hielten sich allerdings in Grenzen und die klaren Torchancen erst recht.

 Hiergeblieben: Erkenschwicks Muhamed Demir kann den Hülser Niklas Baf nur per Foulspiel stoppen.  Foto: Jochen Sänger

  Auf der anderen Seite geriet das Hülser Tor über 90 Minuten nur höchst selten in Gefahr. Den Erkenschwicker Treffer erzielte bezeichnenderweise Frederic Engbert per Eigentor.

Die erste Chance des teilweise hektischen, aber insgesamt anständigen Nachbarschaftsduells hatten die Gastgeber. Eine Flanke von Niklas Baf jagte David Sdzuy volley aus gut 16 Metern knapp übers Gehäuse (15.).

Auf der Gegenseite kam Neuzugang Ozan Yilmaz 15 Meter vor dem Hülser Kasten mehr zufällig an den Ball. Sein Schuss, der noch abgefälscht wurde, rauschte knapp am Tor vorbei (21.). In der Folge litt das Kombinationsspiel des TSV immer wieder unter leichten Fehlern, die es den laufstarken Erkenschwickern leicht machten.

Vor dem 0:1 wirkte zunächst der Hülser Abwehrmann Tugaj Tekin etwas schläfrig. Die Gäste konnten den Ball in den Strafraum bringen. Frederic Engbert entschloss sich acht Meter vor der eigenen Kiste in Bedrängnis zu einem Rückpass auf Torwart Nils Martens, der beim Versuch, den Ball wegzuschlagen, seinen Abwehrmann traf. Von ihm prallte das Leder ins eigene Tor (39.).

Nach dem Seitenwechsel dreht der TSV auf

Nach dem Seitenwechsel legten die Gastgeber los wie die Feuerwehr. Eine Westerhoff-Ecke köpfte Lukas Diericks ins Tor (48.). Schiedsrichter Marcel Neuer erkannte den Treffer nicht an. Warum? Dazu mochte der Referee auf Rückfrage nach dem Abpfiff mit Verweis auf die verbandlichen Bestimmungen nicht Stellung beziehen.

Der TSV war nun da. Dem 1:1 ging eine Flanke von David Sdzuy voraus. Pierre Nowitzkis Kopfball wurde 14 Metern vor dem Tor abgeblockt. Den Abpraller versenkte Egzon Kadrija vom Strafraumrand aus im Winkel des Erkenschwicker Tores (51.).

Keine 60 Sekunden später fast das 2:1 für Hüls: Kadrijas Kopfball nach Flanke von Justin Mingo kratzte Torwart Marvin Kröger von der Torlinie. Den Führungstreffer hatte dann Nowitzki nach feinem Doppelpass mit Kadrija auf dem Fuß, doch sein Schussversuch mit dem linken Fuß missriet komplett (59.).

Die Gelbe Karte, die sich Davide Basile nach einem rustikalen Einsteigen im Mittelfeld einhandelte (62.), signalisierte das Ende des Hülser Sturmlaufs. Auch die Einwechselung von Neuzugang Ilias Anan (68.) erhöhte die Durchschlagskraft der Hausherren nicht entscheidend.

Die Gäste verteidigten leidenschaftlich, nutzten aber die Räume bei ihren wenigen Kontern nicht aus. Richtig viel passierte in der Schlussphase nicht – erst in der Nachspielzeit wurde es noch einmal turbulent.

Zunächst sah Muhamed Demir, der bereits kurz vor der Halbzeit verwarnt worden war, nach einer Catch-Einlage gegen Kadrija die Gelbrote Karte (90.+1). Noch einmal schaffte es der TSV, den Ball gefährlich vors Erkenschwicker Tor zu bringen, aber Nowitzkis Kopfball war zu schwach für den Siegtreffer.

Fazit: Gerade in der Drangphase im zweiten Durchgang vermissten die Hülser Fans schmerzlich den verletzten Goalgetter Michael Smykacz, der allein durch seine Dynamik und Präsenz zwei Abwehrleute gebunden hätte.

Bei den Gästen waren die Neuzugänge Ozan Yilmaz und Joachim Mrowiec viel unterwegs. Mit ihnen ist die Spvgg-Offensive sicherlich schwerer auszurechnen.

Quelle: Stimberg-Zeitung

Zum Seitenanfang