spieler nach rhynernspiel 2Tumulte auf dem Rasen, Pfiffe für die Schiedsrichter, warmer Applaus für den leidenschaftlich kämpfenden, aber mal wieder unglücklichen Außenseiter: Am Stimberg lange vermisste Emotionen wurden freigesetzt an diesem denkwürdigen Sonntag, den 2. April 2017. Emotionen, an die kaum noch jemand geglaubt hatte. Auch nicht nach den ersten 45 Minuten im Spiel der Spvgg. Erkenschwick gegen Westfalia Rhynern.

Selbst den verletzten Kapitän hielt es nicht: David Sawatzki hat nach Abpfiff Rhynerns Pascal Beilfuß einiges zu sagen. Dennis Weßendorf mischt auch mit, wird von Marco Kampmann zurückgehalten. Foto: Krimpmann

  0:3 lautete der Halbzeitstand, es drohte mal wieder eine deftige Packung zu hageln für die Schwarz-Roten. „Eine Katastrophe“ sei die erste Halbzeit gewesen, sagt auch Dennis Weßendorf.

Die Erkenschwicker Aufholjagd nach der Pause war nicht nur beachtlich vor dem Hintergrund, dass mit Doppeltorschütze Muhamed Demir, der für den verletzten Janik Bröcker gekommen war, und Okan Solak als Flankengeber zwei Spieler auf sich aufmerksam machten, die eigentlich schon abgeschrieben waren.

Bemerkenswert auch, weil ausgerechnet Dennis Konarski in der 70. Minute das 3:3 gelang; „Blitz“ hatte sich zuletzt in der Verteidigung einige dicke „Klopper“ geleistet. Dabei ist er es, der immer vorangeht. Ihm gönnte jeder im Stadion das Tor. Apropos: Das Publikum ging mit wie in alten Zeiten, es hätte also was werden können mit einem Erfolg. Wenn in der 86. Minute Schiedsrichterassistent Jürgen Meller nur die Fahne gehoben hätte! Denn Rhynerns schmeichelhafter Siegtreffer fiel aus einer klaren Abseitsstellung heraus.

„Noch bitterer geht’s doch gar nicht“, meinte Dennis Weßendorf, nachdem sich in der turbulenten Schlussphase die Emotionen halbwegs gelegt hatten. „Wie wichtig wäre der Punkt doch für die Moral gewesen?“

So bleibt es dabei, dass das rettende Ufer immer weiter in die Ferne rückt. Weßendorf ficht das nicht an, er verspricht weitere Auftritte wie gegen Rhynern. „Jetzt kommen die Mannschaften von unten“, sagte „Weße“: „Wir müssen weiter alles reinhauen, ganz egal, was dabei herum kommt. Wir stehen doch schon ganz unten, was haben wir noch zu verlieren?“

von Olaf Krimpmann

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