jubel erdem wessendorf benkovicMan muss diesen 7. Mai 2017 als wahrlich historisches Datum im Oer-Erkenschwicker Fußball festhalten: So spät wie wohl nie zuvor hat die Spvgg. Erkenschwick im Kalenderjahr den ersten Pflichtspielsieg gefeiert. 4:2 (2:2) besiegte die Elf von Trainer Zouhair Allali SuS Stadtlohn. Nicht glücklich, sondern vollkommen verdient dazu. Fand sogar Martin Stroetzel, Trainer des SuS. Der dürfte mit Stadtlohn wie die Spvgg. Erkenschwick auch den Gang in die Westfalenliga antreten.

Seltene Momente in dieser Saison am Stimberg: der Torjubel. Hier ist Ivan Benkovic nach seinem Treffer zum 3:2 nicht zu halten.  Foto: Olaf Krimpmann

„Matta“ Stroetzel hatte am Ende des Tages aber ein dickes Lob für seinen Ex-Verein parat: „Es wäre schön, wenn Zouhair Allali und der Verein den eingeschlagenen Weg fortsetzen. Da kann sich etwas entwickeln.“

Solch warme Worte fanden zuletzt nur wenige für die Schwarz-Roten. Wobei diese sich zuletzt auch nicht gerade mit Ruhm bekleckerten, sondern zuverlässig von einer Niederlage in die nächste stolperten. Die drohte auch gegen Stadtlohn. Gleich der erste Angriff in der dritten Minute saß: Cihan Bolat durfte alleine aufs Tor zustürmen, weil die Verteidiger pennten wie auch Schlussmann Kröger.

Nach etwa einer Viertelstunde aber ging es rund am Stimberg, die Platzherren mischten auf einmal munter mit, hatten Torszenen! Und der Treffer von Dennis Weßendorf zum 2:1 – ein blitzsauberer Fallrückzieher nach einem Eckball von Okan Solak (25.) – wäre dabei alleine das Eintrittsgeld gewesen, wenn die Spvgg. welches verlangen würde. So gab’s fußballerischen Hochgenuss sogar zum Nulltarif. Keine zwei Minuten zuvor hatte der Weßendorf einen Demir-Kopfball bereits zum 1:1 über die Linie gedrückt.

Dass die Platzherren den Vorsprung nicht in die Pause retteten, war bezeichnend für den bisherigen Saisonverlauf. Als Stadtlohn drängte und noch an sich glaubte, grätschte Solak im eigener „16er“ derart ungestüm gegen Luca Ehler, dass der Unparteiische gar nicht anders konnte, als Elfmeter zu geben. Michael Roßmöller verwandelte zum 2:2 (42.).

Viel mehr war von SuS, das mit einem Sieg vielleicht noch Hoffnung auf den Ligaverbleib gehabt hätte, danach nicht zu sehen – sieht man von ein, zwei Halbchancen und einem Freistoß von Roßmöller ab, der die Torlatte touchierte (53.).

Auf einmal spielten nur noch die Platzherren. Zwar gelang nicht alles, aber solch eine Vielzahl an Angriffen und Torschüssen wie in diesem Spiel hatte die Spvgg. in den letzten fünf Spielen nicht einmal zusammengerechnet gehabt.

Gerecht daher auch die späte Entscheidung, wieder durch ein Doppelpack, diesmal von Ivan Benkovic (80. und 90. + 5). Seine erste Großchance hatte „Benko“ noch versiebt (76.), dann traf der Angreifer im Stile eines echten Strafraumstürmers zum 3:2 - und eine große Last fiel von allen ab.

Von Olaf Krimpmann

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