Filipovic StjepanEs dauerte seine Zeit, bis das Spitzenspiel zwischen der Spvgg. Erkenschwick und dem DSC Wanne-Eickel Fahrt aufnahm. Dann aber bot das Spiel alles, was ein rassiges Revierderby ausmacht – nur keinen Sieger. 1:1 (1:0) trennten sich Schwarz-Rot und Gelb-Schwarz. Erkenschwick hatte mehr in den ersten 45 Minuten investiert, Wanne war in den zweiten deutlich präsenter. Daher ist dieses Remis ein unter dem Strich gerechtes Resultat. „Es fühlt sich trotzdem fad an“, meinte allerdings Erkenschwicks Trainer Zouhair Allali.

 

  Mit vollem Körpereinsatz klärt Wannes Mathias Tomaschewski gegen Stjepan Filipovic. Foto: Krimpmann 

 Denn die klareren Torchancen hatten die Gastgeber. Aber die brachten den Ball eben nur einmal über die Torlinie. In der 42. Minute war’s, als Wanne aufgerückt war und die Spvgg. über die rechte Seite konterte. Der Ball kam zu Kevin Lehmann, der frei im Strafraum Vollstreckerqualitäten bewies und zum 1:0 einschoss.

 Auch die zweiten 45 Minuten begannen aus Sicht der Hausherren so, wie sie es sich erhofft hatten. Wanne riskierte nun mehr, bot den Platzherren damit Räume. Bis in den Strafraum hinein konterten die Rothemden meist auch ansehnlich. Nur was dann in der gefährlichen Zone passierte, das reichte eben nicht mehr, um ein zweites Tor zu erzielen.

„Machen wir das, ist der Deckel drauf“, sagte Zouhair Allali. Zweimal rettete ein Wanner Abwehrspieler auf oder vor der Torlinie (63. und 88.), zweimal parierte Keeper Sören Gerlach Schüsse von Mohamed Bamba ( 57. und 63.), einmal schaffte es Lukas Große-Puppendahl nicht, den Ball aus zwei Metern Torentfernung über die Linie zu drücken, sondern schoss drüber (86.). Es war zum Haareraufen, was Erkenschwick liegen ließ.

 Torschütze Kevin Lehmann fand dafür klare Worte: „Gerade bei der zweiten und dritten Chance sind wir zu lässig im Abschluss.“ Auch Erkenschwicks Lenker im Mittelfeld meinte: „Ein 1:1 gegen Wanne hört sich gut an, im Nachhinein betrachtet fühlt es sich aber nicht gut an.“

Ganz unverdient fiel Wannes Ausgleichstreffer in der 79. Minute, als ein tückischer Distanzschuss von Stephen Lorenzen in die Maschen einschlug, aber nicht. Die Gäste hatten sich von Minute zu Minute ein spielerisches Übergewicht verschafft. Auch wenn die ganz großen Strafraumszenen Mangelware waren, war die Erkenschwicker Defensive nun deutlich mehr beschäftigt als in den ersten 45 Minuten.

 Beide Teams arbeiteten nun Fußball in einer hektischer werdenden, unter dem Strich aber erfreulich fairen Partie (die einzige Gelbe Karte sah Sebastian Westerhoff nach Foulspiel an Dennis Weßendorf). „Dass wir das Tor mit einem Weitschuss erzielen, war natürlich folgerichtig“, sagte Wannes Trainer Holger Floßbach.

 Weil Wanne es bei allem Übergewicht nicht geschafft hatte, sich durchzukombinieren. „Das ist eben Westfalenliga“, meinte Wannes spielender Co-Trainer Sebastian Westerhoff kurz und bündig: „Hier steht eben der Kampf im Vordergrund.“

Von Olaf Krimpmann

Zum Seitenanfang