avci ridvan4Ein 1:1 (0:1) gegen den Tabellenführer, wie es die Spvgg. Erkenschwick in der Westfalenliga am Sonntag gegen Concordia Wiemelhauen erzielte, liest sich zunächst einmal ganz gut. Die Sache hat allerdings zwei nicht unwesentliche Haken. Zum einen zeigt sich der Spitzenreiter selbst überrascht, dass er bis Sonntag das Tableau anführen durfte. „Dass wir als Erster hierhin kommen, ist schon ein bisschen peinlich“, fand Concordia-Trainer Jürgen Heipertz. Der wies darauf hin: Erst mit Mühe und Not sei Wiemelhausen in der letzten Saison dem Abstieg entronnen, und nichts anderes als der Klassenerhalt sei jetzt das Ziel.

 

Ridvan Avci versucht, in den Wiemelhauser Strafraum zu flanken. Kevin Pflanz bekommt allerdings gerade noch den Fuß in die Flugbahn. Foto: Krimpmann

 Und genau so ließ Heipertz auf der Jule-Ludorf-Sportanlage spielen: Tief standen die vor der Saison runderneuerten Bochumer, gefühlt hatte Erkenschwick bisweilen 70 Prozent Ballbesitz. Nur – und damit kommen wir zum zweiten Haken an der Sache – konnten die Schwarz-Roten damit nicht so viel anfangen wie allseits erhofft. „Ich bin nicht zufrieden“, sagte Trainer Zouhair Allali. Er wusste: „So eine Aufgabe hätten wir anders lösen müssen.“

Wie es hätte gehen können, zeigten die Platzherren in der Anfangsviertelstunde: Erst drosch Mohamed Bamba den Ball an den Innenpfosten, von wo aus dieser zurück ins Feld sprang (3.), dann kam Ridvan Avci aus 14 Metern frei zum Schuss, traf aber seinen Mitspieler Bamba anstatt ins weitgehend leere Tor (6.).

 Was gut begann, wurde allerdings nicht konsequent genug fortgesetzt von den Platzherren. Den Schuss von Franke faustete Philipp Kunz souverän weg (8.), als Costanzio aus 14 Metern anlief, hatte der Torsteher großes Glück, dass der Bochumer völlig frei über das Tor drosch (28.).

 Dazu gesellte sich eine Portion Ungestümheit: Erst „bearbeitete“ Philipp Mandla im eigenen Strafraum  Bochums Fabrizio Leone, dann Dennis Konarski. Beim zweiten Tackling fiel der Bochumer und es gab Elfmeter, den Kenneth Neumann verwandelte (45.).

Trainer ärgert sich über Strafstoß

 Was Trainer Allali auf die Palme brachte: Beide Aktionen fanden auf Höhe der Grundlinie statt und damit im nicht akut gefährdeten Bereich. Selbst wenn Leone das Tackling gerne annahm, um zu fallen: „Wegen unserer Dummheit war der Elfmeter gerechtfertigt“, so Allali.

 Die Führung spielte Wiemelhausen in die Karten, das sich nun noch weiter zurückzog. Hoffnung keimte auf, als Philipp Mandla Maß nahm und einen Freistoß aus 18 Metern zielgenau zum 1:1 in den Winkel zirkelte (55.). Ein schönes Tor war es selbstredend, aber es brachte nach einer Drangphase, in der Mohamed Bamba an Keeper Bruno Staudt scheiterte (65.) und Thomas Hildwein ans Außennetz schoss (68.), nicht den ersehnten Durchbruch. Die Lücke in Wiemelhausens Deckung, der finale Pass – beides gelang zu selten.

 So mühte sich die Spvgg. lange Zeit ziemlich ab, ehe es endlich wieder Torabschlüsse gab. Einen hatte nun auch noch Wiemelhausen: Der Kopfball von Laszlo Kondor nach einem Eckstoß verfehlte sein Ziel dabei nur knapp (88.). Das hätte Trainer Allalis Laune sicher noch mehr getrübt, der sagte: „Mit dem Spiel meiner Mannschaft bin ich überhaupt nicht zufrieden, und doch muss ich mit dem Punkt zufrieden sein.“

von Olaf Krimpmann

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