avci ridvan5Die Taktik von Zouhair Allali war klar: Mit einem körperbetonten und zweikampfstark geführten Gegenpressing-Spiel hatte der Erkenschwicker Trainer den spielstarken YEG Hassel zuvorkommen wollen. „Wir wollen ihnen die Lust am Fußball nehmen“, hatte Allali im Vorausblick aufs Spiel gesagt. Es ist müßig zu erwähnen, dass das nach einem 1:6 (0:3) nicht geklappt hat. Am spätsommerlichen Stimberg brach damit plötzlich eine kleine Eiszeit an. „Wir müssen das knallhart analysieren und hoffen, dass die Mannschaft das intern auch tut“, so Allali. Am auch in dieser Höhe verdienten Gäste-Sieg gab es nach Spielschluss keine Zweifel.

Torschützen unter sich: Wie am Ende des Spiels mit seiner Mannschaft hat Hassels Koray Basar (weißes Trikot) gegen Erkenschwicks Ridvan Avci auch hier das bessere Ende für sich. Foto: Olaf Krimpmann

 Hakan Karabal, Mannschaftsverantwortlicher von YEG, führte aus: „Uns ist heute alles gelungen“, nicht ohne den Finger in die Wunder zu legen: „Erkenschwick ist kein Gegner, der zu Hause 6:1 verliert. Aber da kam auch ein bisschen wenig Gegenwehr.“ Karabal untertrieb: Bisweilen kam gar keine.

 Wie beim 0:1. Hassel hatte verletzungsbedingt früh wechseln müssen. Koray Basar stand keine 60 Sekunden auf dem Feld und spürte nicht im Ansatz den Atem eines Gegenspielers, da traf der flinke Hasseler zum 0:1 (5.). Ähnliche Freiheiten gewährten die favorisierten Platzherren ihren Gegenspielern in der Folge noch häufiger.

 Der frühe Rückstand traf die „Schwicker“ ins Mark. Anstelle sich zu berappeln, verfiel die Mannschaft in eine nicht gekannte Lethargie. Fehlpässe wurden produziert, der Spielaufbau viel zu pomadig angepackt, dazu gab es immer wieder entscheidende Aussetzer in allen Teilen. Hassel, das eine bemerkenswerte Effizienz an den Tag legte, wurde so das Toreschießen leicht gemacht. Spätestens nach dem 0:2, so befand der ebenfalls am Ende zu leichten Unsicherheiten neigende Keeper Philipp Kunz, „hatte sich die beste Defensive der Liga in Luft aufgelöst“.

Ganz bitter etwa das 0:4: Das fiel nach exakt 33 (!) Sekunden Spielzeit in der zweiten Hälfte und es zeigte, dass an diesem Tage wirklich alles schief ging bei den Platzherren. Wieder durfte sich Hassel durchkombinieren bis in den Fünfmeterraum, ohne auch nur im Ansatz auf körperlichen Widerstand zu stoßen. Die Partie war damit natürlich längst durch, aber es waren ja noch lange 44 Minuten zu spielen.

 Die zogen sich aus Erkenschwicker Sicht wie Kaugummi, wobei den Platzherren nach 84 Minuten der erste (!) ernsthafte Schuss aufs Tor gelang. Ridvan Avci zielte etwas zu ungenau, ließ dann aber eine Minute später seine ansonsten starke Schusstechnik aufblitzen, als der Mittelfeldspieler zum 1:5 verkürzte (85.).

 Natürlich folgte eine Antwort: In der Schlussminute schraubte Hassel das Ergebnis wieder hoch auf 1:6 – und das war allemal verdient.

von Olaf Krimpmann

SpVgg Erkenschwick - Yunus Emre Genclik Hassel 1:6

  • Schiedsrichter: Florian Exner (SV BW Beelen) -
  • Zuschauer: 165
  • Tore: 0:1 Koray Basar (5.), 0:2 Mesut Özkaya (31.), 0:3 Seyit Ersoy (41.), 0:4 Seyit Ersoy (46.), 0:5 Samet Ural (77.), 1:5 Ridvan Avci (85.), 1:6 Faruk Gülgün (89.)

 

 

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