mandla philipp4Die Spvgg. Erkenschwick hat eine Herbstdepression erwischt. Das 1:1 (0:1) beim Kirchhörder SC bot dabei Aufreger in Hülle und Fülle – nur ein ordentliches Fußballspiel war es nicht. Erkenschwicks Trainer Zouhair Allali war nach Spielschluss bedient. Er trommelte nach dem mageren Resultat an der Kobbendelle sein Team zusammen und hielt eine unüberhörbare Wutrede. Aber wer konnte den Trainer nicht verstehen? Gefühlte 80 Prozent Ballbesitz, am Ende sogar in doppelter Überzahl spielend, und dennoch nicht gewonnen, da musste der Trainer sauer sein.

Ein Hauch von Torgefahr: Philipp Mandla kommt frei zum Kopfball. Foto: Krimpmann  

  Allali war’s weniger auf Schiedsrichter Philipp Polifka, obwohl er es hätte sein können: Gleich drei heikle Szenen hatte der junge Unparteiische in den Strafräumen zu entscheiden, dreimal entschied er gegen die Spvgg.

 Aber der Reihe nach: Kirchhörde überließ den Gästen von Beginn an das Feld, doch die machten nichts daraus. Es gab kaum zündende Ideen, wie sich die Schwarz-Roten in Schussposition bringen konnten. So entwickelte sich vor 150 Zuschauern ein eher leidlicher Kick, der erst in der 26. Minute einen zweifelhaften Höhepunkt fand: Angeblich soll Jannik Bröcker Kirchhördes Moritz Glöckner bei einem Eckball zu Fall gebracht haben, der Unparteiische pfiff Elfmeter.

 Den parierte Philipp Kunz nicht nur in überragender Manier, sondern der Spvgg.-Schlussmann leitete den Angriff ein. Thomas Hildwein passte auf Mohamed Bamba, der aus zwölf Metern zum 0:1 vollstreckte (27.). Was zeigte: Ging’s schnell, war Kirchhörde überfordert.

 Dem Spiel tat der Treffer jedoch nicht wirklich gut. Die Spvgg. mühte sich weiter ab, Kirchhörde setzte hin und wieder Nadelstiche in Form von Kontern, die alle versandeten. Und als Kirchhördes Mustafa Yüksel die Ampelkarte sah (53.), die sich der Mittelfeldspieler mit einer Serie von Foulspielen souverän erarbeitet hatte, wurde die ganze Sache noch zäher.

 Dann die 75. Minute: Der für den verletzt ausgeschiedenen Kapitän Dennis Konarski eingewechselte Abdessamad Moughli geht an der Strafraumkante in einen Zweikampf gegen Markus Scherff, der Routinier fällt – und wieder gibt es Elfmeter. Leon Prause verwandelte sicher .

 Auch jetzt nahm das Spiel keine wirkliche Wende, wie man sie aus Sicht der Gäste erwartet hätte, auch wenn es noch zwei dicke Chancen gab: Erst scheiterte Bernard Gllogjani aus kurzer Distanz an Keeper Marvin Raab (83.), dann brachte Raab im Kampf um den Ball Bastian Kniza zu Fall (85.). Die Pfeife des Unparteiischen blieb diesmal stumm, nicht aber als kurz darauf Alexander Deiters Skandar Soltane von hinten in die Beine grätschte und Rot sah (89.). Die Spvgg. war damit sogar in doppelte Überzahl gekommen.

 Und hatte sogar noch die ultimative letzte Chance in Form eines Eckball in der Nachspielzeit. Den köpfte der aufgerückte Keeper Philipp Kunz an die Latte – irgendwie passte das zum Spiel.

von Olaf Krimpmann

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