binias jan 01Viele Bälle bekam Jan Binias von den neuen Kollegen im Test beim Mülheimer SV noch nicht serviert. Trainer Zouhair Allali ist vom Winterzugang dennoch überzeugt: „Jan sieht die Räume, und auch wenn er den Ball nicht hat, schafft er Räume für seine Mitspieler. Seine Spielübersicht ist für sein Alter bemerkenswert.“ Damit wäre geklärt, warum sich die Spvgg. Erkenschwick dazu entschloss, im Winter einen neuen Mann zu holen, der so eigentlich nicht auf der Agenda stand. Dabei ist Jan Binias kein neues Gesicht am Stimberg, schon im Sommer hatte er sich dort fitgehalten.

Der neue Mann am Stimberg: Jan Binias aus Suderwich verstärkt den Westfalenligisten.  Foto: Olaf Krimpmann

„Ich wollte es noch mal in der Oberliga versuchen“, sagt der vor knapp drei Wochen erst 20 Jahre jung gewordene Suderwicher. Das Angebot, es bei Arminia Bielefelds U23 zu probieren, nahm er daher an, sonst wäre er möglicherweise schon damals in der Truppe von Zouhair Allali gelandet.

 Jan Binias hat eine bemerkenswerte Ausbildung genossen, wurde früh in der Jugend von Borussia Dortmund gescoutet, reifte dort zum U16-Nationalspieler. Mit Felix Paßlack und Christian Pulisic kickte Jan Binias vor nicht allzu langer Zeit gemeinsam, jetzt heißen seine neuen Mitspieler Kevin Lehmann und Ridvan Avci. Ein Abstieg? Mitnichten, findet Binias.

„In Bielefeld habe ich gemerkt, dass es zum Profi bei mir nicht mehr reicht“, erklärt der 20-Jährige mit nüchternen Worten. Nicht zuletzt zwei langwierige Hüftverletzungen hatten seine Karriere ins Stocken gebracht.

 Sein erster Wunsch daher ist, gesund zu bleiben. Sein Fernstudium (Sportbetriebswirt) wird er nun forcieren, denn die viele Fahrerei nach Bielefeld schlauchte am Ende ganz schön. Jetzt hat er quasi „um die Ecke“ eine neue sportliche Heimat gefunden, auf die er sich freut: „Es macht viel Spaß hier.“

Seine profihafte Einstellung hat sich Jan Binias bewahrt: „Mein persönliches Ziel ist, gesund zu bleiben, das mit der Mannschaft natürlich, so weit wie möglich zu kommen.“ Das bedeutet für ihn, noch in den Kampf um die Meisterschaft in der Westfalenliga einzugreifen. In der Hinrunde hat er einige Spiele der Schwarz-Roten gesehen. Seine Erkenntnis: „Die Mannschaft hat das Zeug, ganz oben mitzuspielen.“

Dass er sich auf der Position des „Sechsers“ („mit meinen 1,82 Metern bin ich für die Innenverteidigung etwas zu klein“) dabei großer Konkurrenz erwehren muss bei der Spvgg., spornt ihn eher an: „Jeder in der Mannschaft hat seine individuellen Qualitäten. Ich möchte meine gerne einbringen.“

von Olaf Krimpmann

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