hegel kevin 5Die Spvgg. Erkenschwick legt mit einem 2:1-Sieg in Neheim nach, aber Trainer René Lewejohann war alles andere als amüsiert. Bei der obligatorischen Pressekonferenz nach dem Spiel, bei der dem Gäste-Trainer stets das erste Wort gewährt wird, zeigte sich der 34-Jährige ungewohnt wortkarg: „Neben dem Ergebnis war es das Beste heute, dass wir unfallfrei in die Kabine gekommen sind. Und mehr möchte ich zu dem Spiel auch nicht sagen.“

 

 

Aus nach dieser Attacke: Kevin Hegel fiel nach diesem Einsteigen von Riad Xhaka auf die Rippen und musste keine 20 Minuten nach seiner Einwechslung bereits wieder das Spielfeld verlassen. Foto: Olaf Krimpmann

 

Seinen ganzen Zorn hatte wenige Minuten zuvor bereits seine Mannschaft abbekommen, die Lewejohann direkt nach Abpfiff zusammentrommelte und auf einer Wiese neben dem Kunstrasenplatz im Binnerfeldstadion lautstark zusammenstauchte. Einige Worte, die fielen, werden an dieser Stelle besser nicht wiedergegeben…

In der Tat war der Sieg ein am Ende höchst schmeichelhafter für die Gäste. Und alles passierte irgendwie ohne Not. Zwar hatte Lewejohann sein Team kurzfristig umbauen müssen, da sich Kevin Lehmann im Samstagstraining verletzte und Eleftherios Ilias mit einem Magen-Darm-Infekt auch noch kurzfristig ausfiel. Aber als die Spvgg. nach sieben Minuten mit 1:0 in Führung ging, weil Neheims Oliver Busch einen von Jan Binias getretenen Eckball ins eigene Tor beförderte, war alles im Lot.

 Aber auch wenn die Gäste bis zur Halbzeitpause keinen nennenswerten Torschuss der Sauerländer zuließen, war deren Auftreten alles andere als erbaulich. Wenige gelungene Kombinationen, wenige gewonnene Zweikämpfe – anstatt gegen einen sichtlich verunsicherten Gegner frühzeitig aufs 2:0 zu spielen, verwalteten die Schwarz-Roten die knappe Führung. Ein Umstand, der sich nach der Pause rächen sollte.

 Okan Güvercin sah in der 52. Minute Patrick Nettesheim am zweiten Pfosten ziemlich alleine, und der Neheimer Stürmer hatte keine Mühe, zum 1:1 auszugleichen. Dass den Gästen postwendend die abermalige Führung gelang, war erneut der tätigen Neheimer Mithilfe geschuldet: Nettesheim setzte sich im eigenen Strafraum recht dumm gegen Danny Tottmann in Szene, Schiedsrichter Moritz Petereit zeigte auf den Elfmeterpunkt: Ridvan Avci verwandelte sicher zum 1:2 (58.).

Neheim trifft den Pfosten, Kunz rettet

 Aber erneut bekamen die Gäste kein Bein an die Erde, weil Neheim sich deutlich engagierter zeigte als noch in Durchgang eins. Glück hatte die Spvgg. dann, als Okan Güvercin mit einem Freistoß den Torpfosten traf (72.), das Einsteigen von Tottmann gegen Riad Xhaka trotz aller Neheimer Proteste nicht zu einem Elfmeter führte (76.), und in der Nachspielzeit als letzte Instanz Keeper Philipp Kunz gegen den auf ihn zulaufenden Akhim Seber parierte (90. + 2).

 Dass Ridvan Avci zwei dicke Kontermöglichkeiten ungenutzt ließ, in dem der Erkenschwicker Mittelfeldspieler gleich zweimal frei vor Neheims Keeper Justin Schröter scheiterte (83.; 87.), passte ins Bild.

von Olaf Krimpmann / Medienhaus Bauer        

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