Iilias eleftherios 2n Sicht- und Hörweite des Dortmunder Flughafens kassiert die Spvgg. Erkenschwick eine schmerzliche Niederlage: Dem Ausgleich der Gäste in der 95. Minute folgt in der 97. der Siegtreffer für Gastgeber Wickede, das bringt die "Schwicker" am Dortmunder Airport in Turbulenzen. Die Spvgg. verlor Platz zwei wieder an den DSC Wanne-Eickel und ist nun von der Rolle des Gejagten in die des Jägers gerutscht – und das unnötigerweise.

 

Eleftherios Ilias Spvgg. Erkenschwick Fußball Westfalenliga Saison 2017/2018 Strittige Szene: Wickedes Keeper Justin Bradley Corke greift Eleftherios Ilias zwischen die Beine und bringt den Erkenschwicker zu Fall. Der Elfmeterpfiff bleibt aus. Foto: Olaf Krimpmann

 Denn was die Schwarz-Roten im Pappelstadion an Torchancen liegen ließen, das ging nicht mehr auf die berühmte Kuhhaut. Sicher, die ersten 45 Minuten, die geprägt waren von Zweikämpfen und einigen üblen Foulspielen, war insgesamt nicht sehr ansehnlich. Nachdem Trainer René Lewejohann seinen Mannen in der Kabine aber wachgerüttelt und nach der Pause gleich zwei neue Leute gebracht hatte, tauchte sie häufiger am und im Wickeder Strafraum auf, als den Gastgebern lieb sein konnte.

 Zweimal trafen sie bei ruhenden Bällen ans Aluminium, erst drosch Philipp Mandla einen Freistoß ans Lattenkreuz (66.), dann Ibrahim Erdem einen an den Pfosten (75.). Einmal klärte Nils Lennard Dietz einen Schuss von Ridvan Avci vor der eigenen Torlinie (55.) – es war die größte Rettungstat des Wickeders, ehe er später nach Foul an Jan Binias die Ampelkarte sah und sein Team in Unterzahl geriet.

 Trotzdem beschlich René Lewejohann irgendwie ein ungutes Gefühl, zu gewinnen schien das Spiel irgendwie nicht zu sein, zumal seine Mannen weitere Hochkaräter (Avci 60. und 90.; Hegel 51.) ausließen. Von Wickede war bis auf einen Konter, den Dennis Konarski im letzten Moment im Fünfmeterraum klärte (57.), nichts mehr zu sehen. Bis zur 86. Minute: Benedict Zwahr zirkelte einen Freistoß an Freund und Feind vorbei zum 1:0 ins Tor.

 Es war der Start in eine irre Schlussphase, die Schiedsrichter Max Conrad wegen der Trinkpause großzügig verlängerte. Zunächst zum Erkenschwicker Glück: Als Wickedes Bank längst lautstark den Abpfiff einforderte, stocherte Dennis Weßendorf einen Ball im Fünfmeterraum zum umjubelten 1:1 ins Netz (90. + 5).

 Der Abpfiff indes ließ noch auf sich warten – und die 120 weiteren Sekunden der Nachspielzeit nutzte Wickede, um noch einmal zuzuschlagen. Nach einem Ballverlust in Höhe der Mittellinie flog der Ball in den Erkenschwicker Strafraum, wo Stefan Fels im Stile eines Mittelstürmers gnadenlos vollendet (90. + 7).

 Dann erfolgte der Abpfiff und Erkenschwicks Trainer schüttelte nur noch mit dem Kopf: „Jeder hat gesehen, dass heute nicht mehr drin war. Als Spitzenteam musst du dann mit dem 1:1 zufrieden sein“, so René Lewejohann.

 Von der Spitze sind die Schwarz-Roten nun weit, weit weg: Holzwickede nutzte den Patzer, um die Meisterschaft zu feiern. Und Wanne, um an der Spvgg. vorbei zu ziehen.

von Olaf Krimpmann / Medienhaus Bauer

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