kunz tottmannVorsprung verspielt, Keeper Kunz verletzt – bei der Spvgg. Erkenschwick will aber niemand nach dem 1:2 von Wickede und dem Fall auf Rang drei der Tabelle aufgeben. „Wir glauben an uns“, sagt der Trainer. Natürlich war René Lewejohann nach Schlusspfiff angefressen. „Die Niederlage schmerzt“, sagt der Ex-Profi. Wer in der fünften Minute der Nachspielzeit endlich zum Ausgleichstor kommt, sollte ein Spiel nicht mehr verlieren. Eigentlich. Zwei Minuten später aber war genau das eingetreten.

 

 

Philipp Kunz Danny Tottmann Spvgg. Erkenschwick Fußball Westfalenliga Saison 2017/2018 Die letzte Szene aus Dortmund-Wickede: Der Ball liegt im Netz, Erkenschwicks Keeper Philipp Kunz hält sich die Schulter, Danny Tottmann ruft Hilfe herbei. Foto: Olaf Krimpmann

 Er kannte auch die Gründe. „Wickede hat nach dem 1:1 eine super Mentalität bewiesen, wie wir vor dem Ausgleich“, lobte der Erkenschwicker Trainer den Gegner. Der hat im Abstiegskampf binnen vier Tagen sechs Punkte geholt.

 Die Schwarz-Roten dafür haben am Sonntag ihre drei Punkte Vorsprung auf den DSC Wanne-Eickel in buchstäblich letzter Sekunde verspielt. Für die letzten drei Spiele bedeutet das: „Wir geben weiter Vollgas.“

Das wird auch bitter notwendig sein, denn Lewejohann hat jetzt auch eine Mannschaft auf dem Zettel, die viele schon abgeschrieben hatten: „Es darf sich niemand wundern, wenn auf einmal YEG Hassel der lachende Dritte ist.“

Die Gelsenkirchener haben Tuchfühlung aufgenommen zu Spvgg. und DSC, der Rückstand von drei Punkten ist allemal aufzuholen in den verbleibenden drei Spielen. Der Liga-Endspurt um Relegationsplatz zwei verspricht in der Westfalenliga damit Spannung und Dramatik pur.

 Auf die es die Spvgg. Erkenschwick nicht hatte ankommen lassen brauchen. In den zweiten 45 Minuten von Wickede erspielte sie sich ein halbes Dutzend klarster Chancen. Waren die beiden Pfostentreffer nach ruhenden Bällen noch in die Kategorie Pech einzuordnen, spielten sich die Rothemden bei den weiteren Chancen um Kopf und Kragen, passten schlecht oder schossen zu lasch.

 Fast hatte man den Eindruck, sie wollten es diesmal besonders schön machen. Aber warum nur? „Einfach mal mit der Picke“, so hätte es Lewejohann versucht. Vermutlich hätte es geklappt. „Als ich kam, waren wir Fünfter, jetzt sind wir punktgleich mit dem Zweiten Wanne“, sagt der Trainer. „Wir sind im Soll, aber wir wollen mehr.“

Das wird die Spvgg. im Endspurt ohne Philipp Kunz versuchen müssen: Der Keeper fiel beim letzten Rettungsversuch auf die Schulter und verletzte sich. Es droht nun sogar eine OP, die Saison ist damit für ihn gelaufen.

von Olaf Krimpmann / Medienhaus Bauer

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