kroeger kadrijaDie Spvgg. Erkenschwick hat in der Westfalenliga Staffel 2 keine Chance mehr auf den Relegationsplatz. Beim 2:4 gegen Sinsen sah nicht nur TuS-Trainer Thomas Sliwa Fußball verkehrt: „Wir haben gespielt wie eine Spitzenmannschaft.“ Nun gut, ist man geneigt zu sagen, es hat immer derjenige Recht, der gewinnt. In diesem Falle war der Sinsener Sieg mehr als nur verdient. Am Ende waren die Sinsener aggressiver in den Zweikämpfen und vor allem viel zwingender vor dem Tor: Fast jeder Angriff wurde mit einer chirurgischen Präzision vorgeführt.

 

Der Schlusspunkt am Stimberg: Egzon Kadrija hat in der 77. Minute das 2:4 erzielt. Spvgg.-Keeper Marvin Kröger und Ridvan Avci (ganz rechts) sind bedient. Foto: Olaf Krimpmann

 Sliwa selbst geriet nach Spielschluss geradezu in Schwärmen: „Es gibt momentan keine Mannschaft in der Liga, die uns schlagen kann.“

Zumindest waren die „Schwicker“ vor 300 Zuschauern am Ende ziemlich weit davon entfernt. Trotz eines passablen Beginns – die Schwarz-Roten gewannen zunächst mehr Zweikämpfe und hatten die Spielkontrolle – fehlte das Wesentliche: Der Ertrag. In der zwölften Minute wurde Ridvan Avci zurückgepfiffen, bei seinem Treffer soll die Hand im Spiel gewesen sein. Bezeichnend aber: Es blieb zunächst der einzige Aufreger.

 Sinsen verteidigte gut und nutzte die erste(!) Chance eiskalt aus: Nach einem Ballgewinn in der Erkenschwicker Hälfte setzte Johannes Engel Dominique Temming in Szene, der zum 0:1 traf (31.).  Überhaupt Temming: Am Ende war der Routinier mit drei Treffern der „Spieler des Spiels“. Aber der Reihe nach.

 Die Binsenweisheit, dass ein Tor einer bisweilen zähen Begegnung gut tut, traf Pfingstmontag definitiv zu. Auf einmal war Leben auf dem Platz, wobei Marvin Piechottka mit einem Lattenschuss Pech hatte, nicht schon vor der Pause auf 0:2 zu erhöhen (40.).

Routinier Temming glänzt mit drei Treffern.

 Aber war war es bei Erkenschwick: Pech? Unvermögen? Oder Beides? In der 47. Minute erfolgte der erste wirklich zwingende Angriff der Hausherren über Hildwein und Avci – nur Bernard Gllogjani trat zwei Meter vor dem Sinsener Tor über den Ball (47.).

 Dann ging es Schlag auf Schlag, wobei galt: Zumindest jeder Sinsener Angriff war von Erfolg gekrönt: 54. Minute Eckball Piechottka, Kopfball Temming – 0:2. 62. Minute Konter Sinsen über Temming – 1:3.

 Zwischenzeitlich hatte Gllogjani aus kurzer Distanz dann doch getroffen (56.), nachdem Bastian Kniza einen bereits geklärten Eckball zurück in den Sinsener Strafraum geschlagen hatte. Und auch nach dem 1:3 kamen die ersatzgeschwächten „Schwicker“, die auf ein halbes Dutzend Stammkräfte verzichten mussten, zurück: Bei einem Klärungsversuch auf der eigenen Torlinie sah Schiedsrichterin Vanessa Arlt, dass Emre Köksal die Hand im Spiel hatte. Die Folge: Rot für den Sinsener und Handelfmeter für die Spvgg., den Avci sicher zum 2:3 verwandelte (65.).

 Aber auch in Überzahl zündeten die Platzherren nicht mehr den Turbo. Die vielen Querpässe brachten keinen Raumgewinn, die langen auf die Flügel waren leicht zu verteidigen. So mühten sich die Platzherren, während der Gast geduldig wartete.

 Als er in der 77. Minute erneut konterte und Egzon Kadrija einen bereits parierten Schuss von Marvin Piechottka zum 2:4 in die Maschen schoss, war klar: Dieses Spiel war entschieden.

 Spvgg.-Coach René Lewejohann räumte ein: Sein Team befinde sich gerade in einem Loch. Nach drei Niederlagen in Folge sehnen die „Schwicker“ nun ganz klar das Saisonende herbei. Dann werden die Karten neu gemischt, so „Lewe“ auch in Richtung des sichtlich euphorisierten Sinsener Trainers Sliwa: „Nächste Saison werden wir definitiv vorne angreifen, und dann werden wir sehen, wer mitreden will.“

von Olaf Krimpmann / Medienhaus Bauer

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