niedrig lorenzFür neutrale Zuschauer war dieses 5:4 sicher ein sehenswertes Stück Sommerfußball. Für den Lüner SV garantiert ein launiger Saisonabschluss. Nur der Spaß der Gäste, der hielt sich in Grenzen: Nach einem turbulenten Kick stand für die Spvgg. Erkenschwick die vierte Niederlage in Serie. So viele Tore, wie wir zuletzt bekommen haben, kannst du gar nicht schießen“, moserte Trainer René Lewejohann. „Wir müssen aus den vergangenen Wochen Konsequenzen ziehen. In den vergangenen vier Spielen haben wir alles vermissen lassen, was wir zuvor acht Wochen lang großartig gemacht haben.“

 

    Auch die Erkenschwicker Fans dürften etwas geknickt ihre Fahnen und Banner eingerollt haben. Der schwarz-rote Anhang war wie angekündigt „mit voller Kapelle“ nach Lünen gereist und machte die Partie am Schloss Schwansbell zum Heimspiel.

 Und zumindest eine Halbzeit lang sah es so aus, als sollte sich das auszahlen – auch wenn Trainer Lewejohann einige Stammkräfte zunächst auf die Bank setzte. Von zwei Mannschaften, die munter drauflos spielten, aber lausig verteidigten, war die Erkenschwicker in Hälfte eins die etwas cleverere.

 Während der Lüner SV seine Großchancen „verballerte“ oder am zunächst starken Torhüter Marvin Kröger scheiterte, schlugen die Gäste vor der Pause zweimal zu. Erst spitzelte Ibrahim Erdem den Ball zum 0:1 ins Tor (36.). Den Ausgleich von Adem Cabuk (43.) konterte Sebastian Kniza umgehend – mit einem präzisen Flachschuss ins Eck zum 1:2 (45.).

 Als Schiedsrichter Gregor Werkle nach der Halbzeit wieder anpfiff, war bald schon wieder Pause. Ein kräftiges Gewitter über Lünen ließ dem Herner Unparteiischen keine Wahl – er beorderte beide Mannschaften auf die Tribüne, wo sie fast eine halbe Stunde ausharren mussten.

 Eine Unterbrechung, die den Gästen offenbar nicht besonders gut bekam: Als es wieder los ging, stolperten die Schwarz-Roten in der Defensive von einer Verlegenheit in die nächste. Erst ließ Torhüter Kröger den nassen Ball aus den Händen rutschen – Acar staubte ab (50.).

 Dann legte die Erkenschwicker Abwehr LSV-Torjäger Fabian Pfennigstorf das 3:2 selbst auf (54.). Beim 4:2 dribbelte Ersin Kusakci in Robben-Manier vom rechten Flügel in die Mitte. Nur nicht so flott. Es war aber trotzdem kein Erkenschwicker zur Stelle, der ihn am Abschluss hinderte (64.).

 Immerhin: Die Spvgg. steckte nicht auf, es ging weiter hin und her. Der emsige Lorenz Niedrig zog vom Flügel in den „16er“ und wurde gefoult, Ridvan Avci trat den fälligen Elfmeter ins Tor – 4:3 (79.). Die Gäste drückten nun – und wurden ausgekontert: Cabuk traf mit einem strammen Schuss aus spitzem Winkel: 5:3 (86.).

 Entschieden war nichts. Denn nur zwei Minuten später trat Lorenz Niedrig an und verkürzte auf 5:4 (88.). In der Nachspielzeit hatte der Angreifer sogar das 5:5 auf dem Fuß: Niedrig war frei durch. Doch statt den Ball ins Netz zu hämmern, versuchte er einen Schlenzer ins Eck – und schoss knapp vorbei. „Kein Vorwurf an Lorenz“, sagte Trainer Lewejohann. „Er hat 90 Minuten gearbeitet, einen Elfmeter herausgeholt und ein Tor erzielt. An ihm lag’s heute ganz sicher nicht.“

von Thomas Braucks / Medienhaus Bauer

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