inal ahmed 2Erst in der Nachspielzeit muss die Spvgg. Erkenschwick in Meinerzhagen den Ausgleichstreffer hinnehmen. Verdient war er für die Sauerländer allemal, dennoch wurmte das späte 2:2 viele am Stimberg. Nur rund 120 Sekunden waren die Schwarz-Roten vom dritten Sieg im dritten Spiel entfernt. Ein „Dreier“ in Meinerzhagen hätte den starken Saisonstart vergoldet. Wenigstens Trainer René Lewejohann wollte sich die Laune nicht verderben lassen: „Ich sehe das 2:2 als Punktgewinn. Jeder hat gesehen, wieso Meinerzhagen der Topfavorit der Liga ist.“

 

Optimaler Auftakt: Ahmet Inal erzielt mit diesem Schuss die frühe Führung für die Gäste (5.). Foto: Olaf Krimpmann

In der Tat flogen die Bälle bisweilen im Minutentakt durch den Erkenschwicker Strafraum. Abgesehen von der Anfangsphase hatte der Aufsteiger das Spiel jederzeit im Griff. Aber auch der RSV ist nicht unverwundbar, auch das zeigten die Gäste.

 So war es in der fünften Minute der Partie: Dennis Drepper legte quer auf Dennis Weßendorf, der köpfte zurück in die Mitte und von dort durfte Ahmet Inal frei aus der Drehung zum frühen 0:1 einschießen (5.).

 Es folgten wütende Angriffe der Platzherren. Dass die „Schwicker“ angesichts des Spielstandes zunächst im Rückwärtsgang agieren mussten, war abzusehen gewesen. Aber so tief, wie sie in die eigene Hälfte gedrückt wurden, war das nicht geplant. „Wir haben heute unser Gegenpressing nicht so gut durchziehen können“, befand Lewejohann. Seine Vermutung: „Das Kreispokalspiel am Donnerstag hat vielleicht doch zu viel Kraft gekostet.“

Die Erkenschwicker Lebensversicherung trug an diesem Tage ein grünes Trikot mit der Nummer eins auf dem Rücken und stand zwischen den Pfosten. Mehr als ein halbes Dutzend erstklassiger Torschüsse machte Philipp Kunz zunichte, schon vor dem Halbzeitpfiff parierte der Schlussmann gegen Kunkel (29., 42.), Aktas (25. ) und Demir (30.) glänzend.

 Auch wenn das 1:1 in der 59. Minute durch Sven Wurm überfällig war, fiel es aus Gäste-Sicht unglücklich: Bei einem Freistoß stimmte die Zuordnung nicht, Meinerzhagens Innenverteidiger konnte sich beim Kopfball die Ecke aussuchen und einnetzen.

 Bemerkenswert war, dass die Gäste sich nicht aus der Ruhe bringen ließen und eine brutale Effizienz an den Tag legten: Zwar scheiterte David Sawatzki mit einem Kopfball aus kurzer Distanz an RSV-Schlussmann Focher (62.), dann aber fuhren Skandar Soltane und Kevin Hegel einen Konter, wie man ihn besser nicht ausspielen kann: Die beiden 19-jährigen Eigengewächse nahmen die hoch erfahrene Meinerzhagener Hintermannschaft im Alleingang auseinander, Hegel traf nach Traumpass von Soltane zum 1:2 (76.). Drei Chancen – zwei Tore: Es war Effizienz pur, was die Gäste zeigten.

 Wieder kippte das Spiel, wieder musste Kunz Kopf und Kragen riskieren (diesmal gegen Dominik Franz, 88.). Als dann noch der Pfosten beim Schuss von Ewald Platt rettete (89.), wähnte sich mancher Schwarz-Roter schon im Ziel, ehe die Nachspielzeit begann.

 Diesmal war es ein Eckball, den die Gäste nicht verteidigten: Ewald Platt erzielte in der 92. Minute den Ausgleich. „Die Standards haben uns das Genick gebrochen“, meinte René Lewejohann daher vollkommen richtig.

von Olaf Krimpmann / Medienhaus Bauer

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