Grosse Puppendahl sawatzkiDie Spvgg. Erkenschwick hat in der Westfalenliga die nächste Hürde genommen, das 4:0 (3:0) gegen Aufsteiger FC Lennestadt fiel ihr leicht. Weil der Gegner schwach war oder die „Schwicker“ einfach nur stark an dem Tage? Wahrscheinlich liegt die Wahrheit wie so oft im Leben in der Mitte. Erkenschwicks Trainer René Lewejohann freute sich: „Unser Matchplan ist voll aufgegangen.“ Lennestadts Trainer Jürgen Winkel sagte: „Wir haben es Erkenschwick heute nicht schwer gemacht.“

 

Lukas Große-Puppendahl Spvgg. Erkenschwick Fußball Westfalenliga Saison 2018/2019 Der Kapitän stürmt voran: Lukas Große-Puppendahl (Mitte) verpasst allerdings diesen Eckball knapp. Foto: Olaf Krimpmann

Nun gut, ist man geneigt zu sagen, ein 4:0 sagt eigentlich alles aus und so war es auch am Stimberg. Daher gebührt in diesem Falle Lennestadts Trainer die sicher unumstrittenste Aussage zum gestrigen Spiel: „Wir waren über die gesamten 90 Minuten eine Klasse schlechter als Erkenschwick.“

Die Platzherren gingen souverän in die Begegnung, nahmen den Gegner von Beginn an ernst und „bespielten ihn“, wie Lewejohann es wollte. Das letzte Risiko wollten die Schwarz-Roten zunächst nicht gehen, das mussten sie auch nicht. Schon nach elf Minuten hatte die Begegnung ein aus Sicht der Platzherren gewünschtes Resultat erzielt, denn nach 660 Sekunden gingen sie in Führung.

 Wieder trafen die „Schwicker“ in der Anfangsphase, zuletzt war ihnen das dreimal in Folge – gegen Hassel, in Meinerzhagen und im Pokal in Marl – gelungen. Ausgangspunkt diesmal war Hakan Gökdemir. Der „Sechser“ spielte den Ball in den Lauf von Jan Binais mit einer derart perfekten Präzision, dass „Bini“ – auch kein allzu schlechter Techniker – keine Mühe hatte, frei vor Keeper Schulte zu verwerten (11.).

 Die Gäste zeigten sich beeindruckt, liefen meist neben oder hinter ihren Gegenspielern her. Wäre die Fahne des Assistenten nicht so oft nach oben geschnellt, hätten die Schwarz-Roten ihre Chancen noch effektiver genutzt, der Gegner wäre schon zur Halbzeit erledigt gewesen.

 Zu diesem Zeitpunkt hieß es nach weiteren Toren von David Sawatzki in der 19. Minute („Sawa“ traf aus dem Fünfmeterraum nach einem Freistoß) und Ahmet Inal in der 22. Minute (nach Vorlage Binias) 3:0. „Damit waren wir noch gut bedient“, sagte sogar Lennestadts Trainer.

 Erkenschwicks Keeper Philipp Kunz, dem vor acht Tagen in Meinerzhagen noch die Handschuhe geglüht hatten, musste nur einmal eingreifen, als er einen Distanzschuss von Moritz Thöne an die Torlatte abklatschen ließ; wahrscheinlich war „Kunzi“ da in ein kleines Nickerchen verfallen, der Ball schien jedenfalls weit davon entfernt, gefährlich zu werden (37.).

 Nach dem Seitenwechsel wurden die Torszenen weniger, an den Kräfteverhältnissen änderte sich nichts. Erkenschwick spielte weiter souverän und dominant, aber eben meist nicht mehr mit der letzten Konsequenz. Ökonomisch eben. Da hätte auch der Trainer noch mitgehen können: „Ich hätte mich gerne selbst eingewechselt, dann wären noch ein, zwei Tore mehr gefallen“, so René Lewejohann. Immerhin einen Treffer gab’s dann doch noch.

 Skandar Soltane setzte sich über die linke Seite durch und schoss aus 14 Metern unhaltbar zum 4:0 ein (69.), was der 19-Jährige mit einem Salto á la Pierre-Emerick Aubameyang feierte – wenigstens hatten die Zuschauer jetzt noch ein sportives Highlight kredenzt bekommen.

von Olaf Krimpmann / Medienhaus Bauer

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