lehmann kevin 5Mit dem Herbst kommt auch der Regen, und der könnte dafür sorgen, dass die Top-Begegnung der Westfalenliga an diesem Sonntag zwischen Lünen und Erkenschwick eine etwas rustikalere wird. Rustikaler im Sinne von: schwierig. Der Rasen im Stadion Schwansbell gilt grundsätzlich nicht gerade als ein Vorzeige-Teppich, das weiß auch Erkenschwicks Trainer René Lewejohann.

 

 

 Im Vorwärtsgang: Kevin Lehmann gehört zu den Stützen bei der Spvgg. Erkenschwick. Foto: Olaf Krimpmann 

 Dessen Elf hatte bislang entweder bei bestem Wetter im eigenen Stadion gespielt (wo das Grün nicht zuletzt dank des internationalen U19-Turniers Anfang August bestens in Schuss war) oder aber stets auf Kunstrasen. „Das könnte am Sonntag ein primitives Fußballspiel werden“, sagt Lewejohann daher. „Da kann es auf die Grundtugenden ankommen wie Rennen und Kämpfen.“ Nicht dass er diese seinem Tam absprechen würde.

 Aber, das weiß der Ex-Profi auch, die Situation selbst wird eine andere sein als zuletzt. Auch die Tabellenkonstellation ist eine besondere: Der Fünfte empfängt den Vierten, Verfolgerduell nennt man das gemeinhin.

 Über diesen Begriff kann René Lewejohann allerdings nur müde lächeln: „Was heißt das schon so früh in der Saison? Die Tabelle hat doch frühestens nach acht, eher nach zehn Spieltagen wirkliche Aussagekraft.“ Aber die Grundlagen, um weiter vorne mitzumischen, die legen die Mannschaften unter anderem eben schon an diesem Sonntag.

 Wer es richten soll für Schwarz und Rot, ist dabei eine der Fragen. Wird Lewejohann auf eine mögliche Startformation angesprochen, dann sagt er: „Ich habe Bauchschmerzen“, um sofort nachzuschieben: „Aber Bauchschmerzen im positiven Sinne.“

Das Testspiel, das sein Team unter der Woche beim SV Schermbeck absolviert hatte, brachte neben einem 3:2-Sieg auch die Erkenntnis, dass auch der zweite und dritte Anzug passen könnte. „Das Spiel hat mir gezeigt, dass ich jeden Einzelnen aus dem Kader auch in der Meisterschaft bedenkenlos spielen lassen kann“, so Lewejohann.

 Dumm nur, dass maximal elf in der Startformation stehen dürfen. Der Erkenschwicker Übungsleiter kündigt Personalwechsel an. „Ich werde rotieren lassen. Das bedeutet aber nicht aussortieren. Als Trainer muss ich zusehen, dass den Jungs Gerechtigkeit widerfährt, die haben sie sich alle mit ihren Leistungen verdient.“

Gewarnt ist der Erkenschwicker Trainer auf jeden Fall nicht nur vor einem möglicherweise schwer zu bespielenden Boden, sondern auch vor der Lüner Offensivkraft: „Mit Ramsey und Kusakci haben die vorne eine enorme Qualität“, weiß Lewejohann: „Lünen ist für mich ohnehin eine unberechenbare Mannschaft.“

von Olaf Krimpmann / Medienhaus Bauer

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