lehmann kevin 6„Diese drei Punkte nehmen wir gerne mit“, sagt René Lewejohann nach dem glanzlosen 2:0 der Spvgg. Erkenschwick über BSV Schüren. Viel mehr Positives konnte auch er dem Spiel nicht abgewinnen. Dieser Sieg fällt ganz und klar in die Kategorie Arbeitssieg, auch das räumt „Lewe“ ein. Wieso sich sein Team so schwer tat, das kann der Trainer aber eben auch nicht schlüssig erklären.

 

Kevin Lehmann Spvgg. Erkenschwick Fußbalöl Westfalenliga Saison 2018/2019 Im letzten Moment wird Kevin Lehmann von Schürens Verteidiger Christopher Herwig gestört. Foto: Olaf Krimpmann

 Als hätte jemand die Handbremse fest angezogen starteten die Rothemden in die Partie. Dass Schüren nach dem schwachen Saisonstart am Stimberg nicht gerade zu einem Sturmlauf ansetzen würde, war zu erwarten gewesen. Dass aber die Platzherren quälend lange bis zur 32. Minute ackern mussten, ehe der erste gefährliche Torschuss zu notieren war, war schon bemerkenswert. Bernhard Gllogjani scheiterte aus acht Metern an Schürens Keeper Sascha Samulewicz.

 Dass die Spvgg. nicht mehr Zwingendes produzierte, hatte sie sich selbst zuzuschreiben. Stockfehler bei der Ballannahme im gefühlten Dutzend, Pässe in den Rücken des Mitspielers, keine Ideen, den Schürener Abwehrriegel zu knacken – schön anzusehen war’s nicht. Wenigstens hatten die Platzherren das Spiel im Griff, sieht man von der Kopfballchance von Santiliano Braja ab. Der Schürener Offensivmann kam nach einem Freistoß unbedrängt zum Kopfball und wuchtete das Rund einen Meter über die Torlatte (39.).

 Nach dem Seitenwechsel wurde es etwas munterer auf dem Feld, aber nicht wirklich besser. Das Murren auf der Tribüne wurde hörbar lauter, vor allem wenn Ahmet Inal an den Ball kam. Auch dem Ex-Profi versprangen die Bälle, auch der Routinier spielte etliche Fehlpässe.

Nach Abpfiff geht’s in die Kabine

 Aber Inal war eben auch zur Stelle, als es wichtig wurde. In der 57. Minute beispielsweise: Skandar Soltane tankte sich endlich einmal durch bis auf die Grundlinie und passte auf den ersten Pfosten. Am Fünfmeterraum verwandelte Inal humorlos zur Erkenschwicker Führung.

 Dass es anders als in den letzten Partien kein Zitterspiel mehr wurde, war zum einen der Schürener Harmlosigkeit geschuldet. Der eingewechselte Eyüp Cosgun etwa köpfte in der 75. Minute Spvgg.-Keeper Philipp Kunz direkt in die Arme – eine größere Chance hatten sich die Gäste nicht herausspielen können, jetzt vergaben sie sie leichtfertig. Zum anderen machte die Spvgg. nun rechtzeitig den Deckel drauf.

 Wieder war es Ahmet Inal, Spitzname „Büffel“, der traf. Erneut kam die Flanke von der rechten Seite, diesmal war es Dennis Weßendorf, der Inal den Ball perfekt auflegte. Mit einem wuchtigen Kopfball erzielte der spielende Co-Trainer das 2:0 (84.), das dann zwar auch die ärgsten Kritiker auf der Tribüne verstummen ließ. Der aber den Ärger der Mannschaft und des Trainers nicht besänftigte. Anders als in früheren Tagen marschierte das Team nach Abpfiff nicht Richtung Tribüne, sondern schlenderte sofort in Richtung Kabine.

„Wir versuchen hier, so viel positive Stimmung zu erzeugen, da erhoffen wir uns natürlich auch mehr Unterstützung von den Zuschauern“,. meinte Ahmet Inal.

von Olaf Krimpmann / Medienhaus Bauer

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