kunz philipp2Ein verschossener Elfmeter, ein Abseitstor, eine Rote Karte, zwei Pfostentreffer – es war einiges los im Pappelstadion. Dass die rassige Partie Wickede - Erkenschwick 0:0 endete, ist daher kaum zu glauben. Dass es so kam, ist unter anderem beiden Torhütern zu verdanken: Direkt neben der Start- und Landebahn des Dortmunder Flughafens legten Erkenschwicks Philipp Kunz und vor allem Wickedes Dennis Wegner einige Flugeinlagen hin und hielten so ihren Kasten sauber. Was Wickedes Trainer Alexander Gocke natürlich eher Recht war als Erkenschwicks René Lewejohann.

Alle Augen sind auf Erkenschwicks Nummer eins gerichtet: Philipp Kunz ist auch bei diesem Freistoß zur Stelle. Foto: Olaf Krimpmann

 Die Dortmunder traten mit der Hypothek einer 1:8-Niederlage an, die sich die Westfalia am Vorsonntag in Finnentrop/Bamenohl eingehandelt hatte. „Ich bin noch nie so verkloppt worden“, hatte Coach Gocke in der letzten Woche noch lamentiert. Auch an diesem Sonntag hätte es dicke kommen können für sein Team.

„Keiner hätte sich beschweren können, wenn das Spiel mit 7:4 für uns ausgegangen wäre“, meinte René Lewejohann. Der frühere Stürmer sah den entscheidenden Anteil an der Nullnummer dabei nicht an den Torhütern: „Unsere Chancenverwertung war nicht nur mangelhaft, sie war ungenügend.“

Schon in den ersten 45 Minuten hätten die Gäste vorne liegen müssen. Nach einem frühen Pfostentreffer des Wickeders Robin Dieckmann (3.) hatten die Gäste das Spiel im Griff, aber Bernhard Gllogjani mit einem satten Distanzschuss (17.) und Kevin Lehmann mit einer Doppelchance am „Fünfer“ (29.) scheiterten bereits an Dennis Wegner, für den kurze Zeit später der Pfosten rettete: Den hatte Philipp Mandla mit einem Kopfball aus kurzer Distanz angepeilt (42.).

 Nach dem Seitenwechsel kam es zeitweise zu einem offenen Schlagabtausch: Skandar Soltane scheiterte für Schwarz und Rot (53.), Nils Dietz verzog knapp auf der Gegenseite (55.). Mit der höheren Intensität auf beiden Seiten erhöhte sich auch die Emotionalität, es ging bisweilen rustikal zur Sache.

 Etwa in der 57. Minute: Marcel Großkreutz stoppte Skandar Soltane im eigenen Strafraum nur mit unfairen Mitteln, der Elfmeterpfiff war die logische Folge: Halbherzig schoss Bernhard Gllogjani Keeper Wegner das Spielgerät in die Arme. „Normalerweise kannst du ihn nachts wecken und er macht den rein“, ärgerte sich René Lewejohann über die verpasste Chance, wenigstens vom Punkt aus in Führung zu gehen.

 Wickedes Reaktion fiel heftig aus: Nach einem unabsichtlichen Handspiel von Kevin Lehmann in Höhe der Strafraumlinie verweigerte Schiri Lohmann den Gastgebern einen Elfmeter, der von Benedict Zwahr getretene Freistoß wäre aber dennoch beinahe eingeschlagen – hätte Philipp Kunz nicht aufgepasst (60.).

 Bis zur 67. Minute musste nun Erkenschwicks Keeper dreimal in Folge retten. Dass sich Nils Dietz nach einem Schulterstoß gegen Soltane die Rote Karte eingehandelt hatte (62.), merkte man den Gastgebern nicht an. Sie spielten mit.

 Die Großchancen hatten in den letzten 20 Minuten wieder die Gäste: Inal (72., 84.) und dos Santos (82.) scheiterten aus kurzer Distanz an Dennis Wegner, ein uneigennütziges Abspiel von Inal auf den freien Sascha Drepper klärte einen Meter vor der Torlinie Benedict Zwahr in höchster Not (77.).

 In der 73. Minute hatte der Ball endlich im Netz gezappelt, Ahmet Inal hatte getroffen – aus dem Abseits heraus.

von Olaf Krimpmann / Medienhaus Bauer

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