Soltane skandar5Dass ein Verein aus dem Sauerland in dieser Saison der Westfalenliga 2 ihren Stempel aufdrücken könnte, war von vielen Experten erwartet worden. Bei fast allen Trainern lag vor dem Saisonstart in der Meisterprognose RSV Meinerzhagen ganz vorne. Nach zehn Spielen sieht die Lage allerdings etwas anders aus. Aufsteiger Meinerzhagen liegt als Tabellendritter zwar gut im Rennen, der Spitzenreiter grüßt rund 30 Kilometer östlich der Autobahn 45: Es ist die SG Finnentrop/Bamenohl. Die erwartet am Sonntag die Spvgg. Erkenschwick zum Kräftemessen.

 

Sorgt er mit seiner Schnelligkeit für Druck über den Flügel? Skandar Soltane.  Foto: Olaf Krimpmann

 Auch Erkenschwicks Trainer René Lewejohann hatte „FinnBam“ nicht unbedingt auf der Rechnung: „Das ist eben der Fußball: Da hat eine Mannschaft einen brutalen Lauf erwischt. Aber davon lebt doch auch der Sport.“

Den Schwarz-Roten dürfte die Ausgangslage in Finnentrop durchaus gelegen kommen. Als Favorit treten sie nicht an, auch wenn die „Schwicker“ sich mittlerweile wieder auf den vierten Platz vorgepirscht haben. Das verdanken sie vor allem ihrer Heimstärke (vier Siege in vier Spielen; Torverhältnis: 10:1), während sie in der Fremde die Remiskönige sind.

 Erkenschwicks Trainer ficht das nicht an: „Glaub’ mir, meine Jungs sind auf dieses Spiel heiß wie Kettenhunde“, sagt Lewejohann. Gleichwohl weiß der Ex-Profi: „Wir dürfen uns von der Atmosphäre dort nicht anstecken lassen.“

Dass im Sauerland eine kleine Fußball-Euphorie entfacht ist, haben die Schwarz-Roten bereits in der vergangenen Spielzeit erleben können. Das 4:2 im vergangenen Herbst in Finnentrop zählte zu den aufreibendsten und ereignisreichsten Spielen der Saison, auf und neben dem Platz.

 Lewejohann kennt die Atmosphäre selbst noch sehr gut: Mit dem 1. FC Kaan-Marienborn trat der gebürtige Wanner dort im Westfalenpokal an. „Ich wurde eingewechselt und mit dem ersten Ballkontakt habe ich Dankeschön gesagt“, blickt „Lewe“ zurück: Sein Joker-Tor sicherte den „Känern“ das Weiterkommen. Leider gibt es davon keine Videoaufzeichnungen, es könnte lohnen, sich die Szene anzuschauen.

Mit Gllogjani gibt es eine Offensiv-Option mehr

 Nach wie vor ist es das Angriffsspiel, das bei den „Schwickern“ meist nicht zwingend genug ist. Oft genug haben Mittelfeld und Abwehr die Punkte gerettet: Beim 2:0 gegen Neheim waren es jüngst ein Kopfball von Abwehrspieler Dennis Konarski (nach Freistoß) sowie ein sehenswerter Schlenzer in den Torwinkel von Mittelfeldregisseur Jan Binias.

 Kapitän Lukas Große-Puppendahl wird am Sonntag definitiv ausfallen, dafür dürfte Bernard Gllogjani nach kurzer Pause wieder eine Option sein. „Er steht am Sonntag auf jeden Fall wieder zur Verfügung“, sagt der Trainer.   

von Olaf Krimpmann / Medienhaus Bauer

SG Finnentrop/Bamenohl - Spvgg. Erkenschwick;

So., 15 Uhr – Sportplatz Bamenohl.

Navi: Im Ohl 9, 57413 Finnentrop.

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