inal ahmed 6Das Spiel mit 1:5 verloren, die Spitze aus den Augen verloren, und auch Abwehrspieler Dennis Konarski verloren, der Rot sah: Bei der Spvgg. Erkenschwick lief am Sonntag alles schief, was schiefgehen konnte. "Wir sind keine Spitzenmannschaft“, musste Trainer René Lewejohann nach der klaren Pleite bei der SG Finnentrop/Bamenohl eingestehen. Es war ein ehrliches Eingeständnis, so viel ist sicher. Denn wie eine Spitzenmannschaft spielte vor 322 Zuschauern nur eine Mannschaft auf: Finnentrop-Bamenohl.

 

Ahmet Inal versucht sich mit allen Mitteln durchzusetzen, wird aber rechtzeitig gestellt. Foto: Olaf Krimpmann

   Dabei begann das Spiel wie gemalt für die Gäste: zwar hatte „FinnBam“ die erste gute Chance, als Hasan Dogrusöz an Spvgg.-Keeper Philipp Kunz scheiterte (6.). Nur 120 Sekunden später aber verwertete Ahmet Inal einen Binias-Freistoß zur Gästeführung (8.). Es war der erste Erkenschwicker Torschuss, der Treffer war Effizienz pur.

 Hätten die „Schwicker“ mal so weitergemacht: Weder war die Brust nun breiter als gewohnt, noch strotzten die Aktionen vor Selbstbewusstsein, im Gegenteil. Die Spvgg. ließ den Gegner ohne Not zurück ins Spiel kommen, reagierte nur und produzierte etliche leichte, mittelschwere und katastrophale Fehler.

 Die Sauerländer waren damit nach zehn, zwölf Minuten wieder am Drücker. Immer wieder stand nun Philipp Kunz im Mittelpunkt, aber auch der Erkenschwicker Schlussmann – bester Spieler seines Teams an diesem Tage – war machtlos, als Moritz Kümhof mit einem Steilpass Tim Schrage auf die Reise schickte, der auf dem Weg zum Tor erstaunlich wenig Gegenwehr verspürte und zum 1:1 vollendete (24.).

 Deutlich rustikaler ging es 13 Minuten später zu. Diesmal war es Philipp Mandla, dem ein Stockfehler unterlief und der Dennis Konarski in die Bredouille brachte.

„Blitz“ packt Grätsche aus, Schiri zieht Rot

„Blitz“ entschloss sich, gegen Dogrusöz per Grätsche zu klären, was natürlich spektakulär aussah: Der Finnentroper fiel, Schiedsrichter Petereit pfiff und zog den roten Karton aus der Hosentasche.

 Ob die Aktion wirklich rotwürdig war, sei dahingestellt: „Die Karte spielte uns in die Karten“, räumte Finnentrops Trainer Ralf Behle nach dem Spiel jedenfalls freimütig ein. Denn in Überzahl stürzten die Gastgeber die Gäste ein ums andere Mal erst recht in Verlegenheit. Logische Folge war der Führungstreffer in der 44. Minute durch Dogrusöz, der einfach unbehelligt an vier Erkenschwickern vorbeizog, um dann sicher zu vollstrecken.

 Und dennoch gab es noch die eine Chance, um die Partie zu drehen: In der 47. Minute griff Burhan Tuncdemir beherzt gegen Ahmet Inal zu, der fiel im Strafraum – Elfmeter. Nachdem zuletzt Bernhard Gllogjani verschossen hatte, versuchte sich nun Jan Binias. Aber auch der Mittelfeldspieler zeigte Nerven: Mit Wucht drosch „Bini“ das Rund über den Kasten (48.).

 Spätestens jetzt ließen alle im roten Dress endgültig die Schultern hängen, ein großes Aufbäumen war nicht mehr zu erkennen.

 Die SG Finnentrop/Bamenohl nutzte die Gelegenheit, um aus dem Spitzenspiel noch einen verdienten Kantersieg hervorzuzaubern: Tobias Kleppel (55.), Hasan Dogrusöz (65.) und Mike Schrage (80.) trafen noch.

von Olaf Krimpmann / Medienhaus Bauer

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