kroeger marvin3Auch nach 452 torlosen Pflichtspielminuten und fünf sieglosen Spielen in Folge bleibt René Lewejohann bei der Spvgg. Erkenschwick die Gelassenheit in Person – zumindest nach außen. „Wir werden nicht in Aktionismus verfallen“, bekräftigte der Ex-Profi nach dem 0:2 gegen Concordia Wiemelhausen abermals. Er weiß, dass auch ihm ein Stück weit der Wind eisig um die Nase weht, die Lewejohann-Rufe vom Saisonstart sind verklungen. „Im Fußball wird jedem schnell ein Denkmal gesetzt, aber genau so schnell wird es wieder angepinkelt“, sagte „Lewe“ im Vereinsheim in großer Runde.

Marvin Kröger wirft demnächst die Bälle für den VfL Kemminghausen ab. Foto: Olaf Krimpmann

 Der 34-Jährige zeigt sich willens, weiter hart zu arbeiten. „Auch ein Jürgen Heipertz hat mir nach dem Spiel gesagt: Lewe, das wird schon wieder, ihr spielt doch einen guten Fußball.“ Nur ist die Harmlosigkeit vor dem gegnerischen Tor aktuell erschreckend. Lewejohann selbst kann’s kaum fassen: „Wir trainieren sehr gegnernah, und im Training klappt alles wunderbar.“

14 Tage lang schleppt die Spvgg. nun die Erfolglos-Serie durch die spielfreie Zeit. Sich den Frust mit einem Testspiel gegen einen schwachen B-Ligisten von der Seele zu schießen, sei vielleicht eine Option, findet der Erkenschwicker Trainer. Eine andere zieht er aber vor: „Das ist alles eine Kopfsache bei uns, die Jungs müssen mal die Köpfe freibekommen. Ich glaube, ein paar freie Tage würden allen mal guttun.“

Apropos frei: Zwei weitere Spieler werden den Verein verlassen: Dennis Kündigs Vertrag wurde bereits aufgelöst, den Offensivmann hat es beruflich nach Augsburg verschlagen. Marvin Kröger zieht es dem Vernehmen nach zum Landesligisten VfL Kemminghausen: Der Torhüter hat offenbar keine Chance mehr auf Einsätze am Stimberg gesehen. Am Sonntag erhielt einmal mehr Florian Gabisch den Vorzug, nachdem Stammkeeper Philipp Kunz erkrankt war.

 Zusammen mit Ridvan Avci, der aus disziplinarischen Gründen den Verein verlassen musste, und Ibrahim Erdem, der vor Saisonstart studienbedingt gegangen war, sind das nun vier Abgänge binnen weniger Monate. Ob im Winter weitere folgen, um den Kader neu aufzustellen, bleibt nun die Frage.

von Olaf Krimpmann / Medienhaus Bauer

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