jubel in horst 2018Es bleibt dabei: Die besten Medikamente gegen die Fußballdepression sind Tore und Siege. Der Patient Spvgg. Erkenschwick jedenfalls gesundete damit schlagartig am Horster Schollbruch – und dieses Bild darf man wörtlich nehmen. Als Philip Mandla die lange Torflaute mit dem Erkenschwicker Führungstreffer beendete, trat der als Stürmer aufgebotene Verteidiger einen Sprint über den halben Platz an, bei dem ihm sogar Jungspunde wie Skandar Soltane kaum folgen konnten.

 

 Jubel Sieg Immer noch mittendrin und nicht nur dabei: Ahmet Inal freut sich mit der Mannschaft über den frühen Erkenschwicker Führungstreffer in Gelsenkirchen. Foto: Olaf Krimpmann

 Mandlas Ziel: Trainer Ahmet Inal, dem der Torschütze an der Bank um den Hals fiel, ehe die Mannschaft den 35-Jährigen in einer großen Traube unter sich begrub.

„Das war eine Riesengeste der Mannschaft“, sagt Inal. Stolz ist der neue Mann an der Seitenlinie nach dem verdienten 2:0-Erfolg bei seinem alten Verein. Dabei, so lässt der Trainer durchblicken, sei er seine Aufgabe in Gelsenkirchen durchaus mit einem eher mulmigen Gefühl angetreten. „Die letzten Wochen waren nicht ganz einfach“, berichtet Inal.

 Nach der Demission von Trainer René Lewejohann habe es durchaus gerumst in der Kabine, offenbar haben einige Aktive ebenfalls mit Weggang im Winter gedroht.

„Das war eine Kurzschlussreaktion“, so Inal. „Wir haben gesagt, dass alle einen Punkt machen und nach vorne schauen müssen. Und das hat die Mannschaft in Horst-Emscher brutal gut umgesetzt.“ Ein Lob richtet er vor allem an die erfahrenen Kräfte im Team, die am Schollbruch vorangegangen seien.

 Die Abwehr stand felsenfest, die Probleme in der Offensive waren zwar nicht über Nacht behoben. Gegen einen Gegner, den der Trainer „mit neun Mann hinter der Mittellinie“ erwartet hatte, reichte das aber, um sich genügend Chancen und am Ende auch zwei Tore herauszuspielen.

 Auch Ahmet Inal selbst zeigt sich erleichtert: „Für mich war das auch nicht so leicht. Ich habe ja noch Bock zu zocken, als Rentner fühle ich mich ja noch nicht. Auf einmal stecke ich in einer ganz anderen Situation.“

Wie lang Ahmet Inal Trainer bleiben wird am Stimberg, ist zunächst offen. Der 35-Jährige kann sich vorstellen, seinen Posten zumindest bis zum Saisonende durchzuziehen, Inal hat bereits Kontakt zu potenziellen Winterzugängen aufgenommen.

 Er weiß, dass er und die Mannschaft dafür liefern müssen. Der Auftakt in Horst-Emscher dürfte dabei mehr als nur gelungen sein.

von Olaf Krimpmann / Medienhaus Bauer

Zum Seitenanfang