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conde timo5Erkenschwick stürmt und besiegt den TuS Hordel am Ende verdient mit 4:1, der potenzielle neue Vorsitzende Olaf May stellt sich vor und wird von den Anhängern im proppenvollen Vereinsheim mit großem Applaus empfangen. Nein, Weltuntergangsstimmung herrschte am Stimberg nur bei denjenigen, die das bisschen Wind am Nachmittag nicht abkonnten. Dass es nach dem 4:1-Sieg in der Westfalenliga im Vereinsheim „Mayday“, zu deutsch also: Notruf, hieß, kann man nicht behaupten. Trotzdem passt die Umschreibung May-Day vortrefflich zu diesem bemerkenswerten Nachmittag.

 Timo Conde erzielte frühzeitig das 1:1 für die Spvgg. Erkenschwick. Foto: Olaf Krimpmann

 Der begann sportlich damit, dass die Spvgg. gegen den TuS Hordel nach 180 Sekunden erst mit 0:1 in Rückstand geriet, um wiederum drei Minuten später durch Timo Conde auszugleichen. Müßig zu erwähnen ist dabei, dass gleich die beiden ersten Torschüsse im Netz landeten. Offenbar hatten sich beide Teams so schnell nicht auf die äußeren Gegebenheiten einstellen können.

 Das gelang den Gastgebern mit zunehmender Spieldauer besser. Zwar hatte Hordel in den ersten 45 Minuten mehr vom Spiel und auch die Mehrzahl an Torschüssen, die Rothemden aber legten eine bemerkenswerte Effizienz an den Tag. In der 43. Minute – etliche lange Bälle waren bis dahin im Tor- und im Seitenaus gelandet – führte Bernhard Gllogjani den Ball eng am Fuß, startete ein Solo an der Mittellinie, das der versierte Offensivmann im Hordeler Strafraum mit dem Treffer zum 2:1 abschloss.

 Nach dem Seitenwechsel drehte sich das Kräfteverhältnis, Erkenschwick hatte nun mehr Ballbesitz und auch die klareren Chancen, sieht man von Dragicevic’ Freistoß ab, bei dem sich Philipp Kunz im Spvgg.-Tor strecken musste (53). Gllogjani und Conde hatten in einer Doppelchance frühzeitig die Entscheidung herbeizwingen müssen (75.), dafür sorgte dann in der 78. Minute Kevin Lehmann, der ein Zuspiel von Skandar Soltane souverän zum 3:1 verwertete.

Soltane verlängert bei der Spvgg. Erkenschwick

 Apropos Soltane: Der junge Flügelspieler, ausgebildet in der eigenen Jugend, belohnte sich an diesem Nachmittag dann noch doppelt: Erst mit dem Treffer zum 4:1-Endstand in der Nachspielzeit (90. + 1), später unterzeichnete der 19-Jährige im proppevollen Vereinsheim einen Vertrag für die kommende Saison – und bei der Spvgg. ist man froh, eins der talentiertesten und damit zwangsläufig umworbensten Eigengewächse weiter an den Verein gebunden zu haben.

 Zur guten Stimmung trugen nicht nur Sieg und die erste Unterschrift bei, sondern auch, dass sich derjenige vorstellte, der bei der Mitgliederversammlung am 29. März für das Amt des Vorsitzenden kandidiert: Olaf May wirft seinen Hut in den Ring. Der 51 Jahre alte Vertriebsleiter aus Herten weiß gleich eine komplette Vorstandsmannschaft an seiner Seite.

 Mit May kehrt einer zurück zu den Wurzeln, der für die sportlich erfolgreiche Vergangenheit in den 1990ern steht (u.a. das DFB-Pokalspiel gegen Borussia Mönchengladbach): Als Spieler in der Regionalliga West/Südwest und später als Spielertrainer in der Oberliga Westfalen war Olaf May über Jahre einer der prägenden Akteure am Stimberg.

von Olaf Krimpmann / Medienhaus Bauer