May SoltaneDas letzte Wort am Sonntag gehörte Fan Ingo. Er hoffe, so der langjährige Anhänger der Spvgg. Erkenschwick, der nie ein Spiel verpasst, dass Olaf May ein besserer Präsident werde, als er es als Spieler gewesen sei. Es war die Schlusspointe, über die vor allem einer herzlich lachen konnte: Der Kandidat selbst. Am 29. März wird Olaf May sich für das Präsidentenamt beim Traditionsverein bewerben. Den Zeitpunkt für seine öffentliche Erklärung hatte der 51 Jahre alte Hertener kaum besser wählen können: In der Westfalenliga hatte der Klub gerade einen 4:1-Sieg über TuS Hordel gefeiert, die Gerüchte, dass Ende des Monats eine neue Ära

Olaf May Spvgg. Erkenschwick Fußball Westfalenliga Kandidat Präsidentenamt 10. März 2019 Hand drauf: Olaf May beglückwünscht Skandar Soltane nach dessen Vertragsverlängerung. Foto: Olaf Krimpmann

an der Vereinsspitze beginnen solle, waberten längst und wurden auch noch vereinsseitig in den sozialen Netzwerken befeuert. 

Dazu setzte Skandar Soltane, Stammspieler der 1. Mannschaft, ein Zeichen mit seiner Vertragsverlängerung.

 Mit May treten einige Altbekannte an, etwa die Unternehmer Robert Mazurek und Tobias Rawers (die sich vor Jahren die Namensrechte am Stimberg-Stadion sicherten und so ein Zeichen gegen die totale Kommerzialisierung im Amateurfußball setzten).

 Michael Bröhl, Sven Hoffmann, Andreas Giehl aus dem aktuellen Vorstand werden auch dabei sein, wie der amtierende Präsident Hermann Silvers, der den Klub seit der glimpflich überstandenen Insolvenz führt. Zwar nicht mehr in vorderster Front, aber in beratender Funktion.

 Als Abwehrspieler in den 90er-Jahren hatte May den Laden bereits auf dem Feld zusammenhalten müssen, jetzt will er es in neuer Funktion im Vorstand tun. „Ich habe als Spieler viel von diesem Verein profitiert“, so Olaf May. „Jetzt ist es an der Zeit, dem Verein etwas zurückzugeben.“ Der hauptberufliche Vertriebsleiter und Familienvater weiß, dass er und sein Team vor großen Herausforderungen stehen.

 Zwar tritt er auch an, „um die Spvgg. Erkenschwick wieder an die Spitze im Kreis“ zu führen. Ansetzen wolle er beim Nachwuchs: „Die Jugend ist ein Garant für den Erfolg. Mit Marcel Damnitz, Adrian Cetera und weiteren hatten wir mal eine A-Jugend, die komplett in den Senioren eingeschlagen ist.“

In den Fokus rückt dabei die A-Jugend, gerade hier hat sich am Wochenende ein Brennpunkt aufgetan: Trainer Jörg Tottmann, zugleich Sportlicher Leiter der Jugend, ist zurückgetreten, wie auch Co-Trainer Stefan Urban.

 Die U19 kämpft in der Landesliga gegen den Abstieg. Der wäre für Olaf May ein Horrorszenario: „Die Qualifikation für die erste Mannschaft muss in der A-Jugend die Landesliga sein, wenn nicht höher.“

Die Zuhörer im Vereinsheim, zu denen auch der komplette Kader der aktuellen 1. Mannschaft gehörte, scheint Olaf May überzeugt zu haben. Der ahnt: „Ich brauche Hilfe von links und rechts“, und verspricht, sein Netzwerk aus alten Tagen wieder zu aktivieren.

 Vielleicht findet der eine oder andere den Weg zurück, der so denkt wie der designierte Präsident: „Keine andere Zeit in meiner Laufbahn und kein anderer Klub haben mich so geprägt wie die Spvgg. Erkenschwick.“

von Olaf Krimpmann / Medienhaus Bauer

Zum Seitenanfang