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sawatzki26Der Derby-Erfolg gegen den TuS 05 Sinsen sorgt bei der Spvgg. Erkenschwick für Hochstimmung. Eine Umstellung in der Offensive bringt Schwarz-Rot auf Kurs. Leicht hatte es Ahmet Inal hinterher nicht, sich gegen die überschäumende Freude der Erkenschwicker Fans durchzusetzen. Als der Spvgg.-Trainer im Vereinsheim seinen Kommentar zum Derby abgab, musste der Trainer den krakeelenden Anhang energisch um Ruhe bitten. „Ich höre mich ja selbst nicht“, rief Inal ins Mikrofon.  

 

 

Ein Mann für fast jede Position: Doppeltorschütze David Sawatzki nimmt es am Sinsener Strafraum mit Dennis Adamczok (links) und Emre Köksal auf. Foto: Braucks 

 Zwei, drei Sätze gönnten die Fans dem Coach noch, in allen brachte Inal das Wort „überragend“ unter. Dann gab er sich geschlagen, und in der Kneipe schwappte die Stimmung über. „Derbysieger, Derbysieger“, skandierten die Fans.

 Keine Frage, der 4:1-Erfolg über den TuS 05 Sinsen am Freitagabend ging allen Schwarz-Roten runter wie Öl. Die eigenen Ambitionen in Sachen Aufstieg hat die Spvgg. früh abhaken müssen, zuletzt blieb der Klub vier Mal ohne Sieg. Da bedeutete der Erfolg gegen den aufstrebenden Nachbarn aus Marl vor mehr als 350 Zuschauern einen versöhnlichen Abschluss, auch wenn noch zwei Spieltage ausstehen.

 Immerhin: Bei der Spvgg. hatten sie die richtigen Schlüsse aus den letzten Partien gezogen. Vorne, sagte Trainer Ahmet Inal hinterher, hätte er sich etwas einfallen lassen müssen. „Ich vertraue den Jungs, deshalb wollte ich mich nicht selbst aufstellen“, so der Trainer, der vor der Saison als Stürmer „eingekauft“ worden war.

„Heute darf man keinen Spieler hervorheben“

So entwickelte Inal im Training mit seiner Mannschaft die Idee, David Sawatzki in den Angriff zu stellen - „als falsche Neun“, wie der Trainer erklärte. Der Plan mit der hängenden Spitze ging auf, nur dass Sawatzki in der ersten Hälfte zeitweise wie eine echte Neun spielte. 1:0 und 3:1 erzielte der Routinier jedenfalls in Torjägermanier.

 Die Glückwünsche zu seinen Toren reichte er schnell ans Team weiter. „Es gehört sich heute einfach nicht, einen Spieler hervorzuheben. Das war ein Sieg der ganzen Mannschaft“, sagte Sawatzki. „Wir haben auch in den letzten Partien nicht schlecht gespielt. Da hatten wir aber immer Phasen, in denen wir nicht konzentriert waren und unnötige Treffer kassiert. Heute waren alle von der ersten bis zur letzten Minute voll bei der Sache.“

Ahmet Inal jedenfalls bekannte, wie froh er sei, dass Sawatzki der Spvgg. vor dem Derby die Zusage für die nächste Saison gegeben hätte. Es wird seine zwölfte in der ersten Mannschaft der Erkenschwicker. Seit Freitag weiß der Trainer: „Sawa“ ist nicht nur ein erprobter Kicker für Abwehr, Mittelfeld oder die linke Außenbahn. Falsche Neun kann er auch.

Quelle: Medienhaus Bauer