inal ahmed 3Wann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, die Fußballschuhe an den Nagel zu hängen? Diese Frage treibt Ahmet Inal seit einigen Wochen um. Für den Trainer des Westfalenligisten Spvgg. Erkenschwick steht jetzt fest: An diesem Sonntag wird der Tag seines Abschieds sein. „Es reicht langsam“, sagt der 37 Jahre alte Ex-Profi. Im letzten Heimspiel der Saison wird Inal ein letztes Mal das schwarz-rote Trikot überstreifen. Pikanterweise wird es in der Partie gegen den SV Horst-Emscher 08 sein. Zu dessen Aufstieg hatte der Stürmer in der vergangenen Saison mit 25 Treffern maßgeblich beigetragen.

Ahmet Inal Spvgg. Erkenschwick Fußball Westfalenliga Saison 2018/2019 Ahmet Inal in Aktion – am Sonntag wird der Ex-Profi seinen Abschied als Spieler feiern. Foto: Olaf Krimpmann

 In Gelsenkirchen ist man damit gewarnt: Der SV Horst 08 braucht im Abstiegskampf noch jeden Punkt – wie bitter wäre es da, wenn ausgerechnet Ahmet Inal den Klub zurück in die Landesliga schießen würde?

 Auch wenn Ahmet Inal seine Schuhe an den Nagel hängen wird: Er bleibt der Spvgg. natürlich erhalten. Erst kürzlich wurde sein Vertrag als Trainer bis 2021 verlängert. „Jetzt fängt eben ein neues Kapitel an“, sagt der Marler, dessen Karriere in der Jugend auf dem Ascheplatz der DJK Germania Lenkerbeck begann. TSV Marl-Hüls und MSV Duisburg lauteten weitere Stationen in der Jugend, ehe es Inal mit 18 Jahren in die Süperlig zog und er türkischer Juniorennationalspieler wurde. Stationen in Aserbaidschan und den Niederlanden folgten, danach die Rückkehr in den Westen.

 Kaan-Marienborn, Westfalia Herne, Horst-Emscher, nun also Erkenschwick: Ahmet Inal ist weit herum gekommen. Am Stimberg hat der bodenständige Familienvater, der mit seiner Frau zwar erst sei vier Jahren verheiratet, aber seit 18 Jahren liiert ist, ein neues sportliches Zuhause gefunden. In Verein und bei den Anhängern genießt der „Büffel“, als der er einst vorgestellt wurde, ein hohes Ansehen.

 Es soll eine Station mit Zukunft werden. „Es war ja ziemlich überraschend, dass ich hier auf einmal Trainer wurde“, blickt Inal zurück auf den vergangenen Herbst, als es René Lewejohann in die Oberliga zur Hammer SpVg. zog und die Spvgg. kurzfristig eine Lösung auf der Trainerbank finden musste.

 Seine Premiere an der Seitenlinie feierte er im Übrigen auf dem Schollbruch, der Anlage des SV Horst-Emscher 08. Damit schließt sich am Sonntag der Kreis endgültig.

 Früh hat Ahmet Inal erkennen müssen: „Trainer und Spieler gleichzeitig zu sein, ist viel zu anstrengend.“ Als Spieler, sagt er, müsse man sich nicht annähernd einen Kopf machen wie als Trainer. „Da muss man eine Menge Zeit mehr investieren“, sagt er. „Zum Glück steht meine Frau hinter mir. Und ich habe auch langsam Spaß daran gefunden, eine Mannschaft zu coachen.“

In der Mannschaft hätten sich viele schon gefragt, wie es Ahmet Inal in der nächsten Saison halte. Mit seiner Entscheidung, am Sonntag das letzte Mal das Trikot überzuziehen, hat er nun Fakten geschaffen. „Natürlich“, sagt er, „würde ich nochmals einspringen, wenn die Not groß wäre. Aber es muss auch mal ein Strich gezogen werden.“ Und das soll an diesem Sonntag geschehen.

Quelle: Olaf Krimpmann / Medienhaus Bauer

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