Drucken

 

kunz philipp4Das Heimspiel gegen den SV Horst-Emscher 08 am Sonntag (15 Uhr) ist die letzte Partie, die Torhüter Philipp Kunz für die Spvgg. Erkenschwick bestreitet. Die Nummer eins der Schwarz-Roten bleibt dem Klub aber erhalten. „Es ist keine Entscheidung gegen den Verein“, sagt er. Philipp Kunz ist mittlerweile 32 Jahre, was für einen Torhüter eigentlich kein Alter ist. Aber der zweifache Familienvater hat sich beruflich weiterentwickelt, ist jetzt Teilhaber eines Fitnessstudios. „Die Zeit ist einfach zu knapp geworden“, sagt er.

 

  Hat nun ganz den Beruf im Blick: Torhüter Philipp Kunz bestreitet am Sonntag sein letztes Spiel. Foto: Krimpmann

 Der Spvgg. Erkenschwick bleibt er treu: „Mein Pass bleibt hier“, sagt der Dattelner. „Mit Sicherheit wird man mich am Stimberg auch in der nächsten Saison des Öfteren sehen.“ Nur dann eben hinter der Barriere bei den Zuschauern.

Pokalschlachten sind unvergessen

Zwei Jahre hat der 1,85 Meter große Torhüter dann am Stimberg gespielt. Kunz wurde als unumstrittene Nummer eins geholt und wurde dem Anspruch auf Anhieb gerecht. Was bei seinem Werdegang kaum verwundert: Ob die SG Wattenscheid 09 oder Rot-Weiss Essen – Philipp Kunz hat prominente Stationen aufzuweisen.

 Der Dattelner, dessen Karriere in der Jugend bei der DJK Eintracht begann, denkt gerne zurück an die Zeit bei RWE, an die DFB-Pokalschlachten gegen Union oder Hertha BSC Berlin. „Gerade das alte Stadion an der Hafenstraße hatte ein gewisses Flair“, sagt er. „Wenn da 10.000 Leute für Stimmung sorgen, kriegst du Gänsehaut.“

Wattenscheid, RWE, FC Kray, ETB Schwarz-Weiß Essen lauteten seine Stationen in den Senioren, für einen heute 32-Jährigen sind das wenige – etliche 22-Jährige haben bereits mehr Klubs durchlaufen. Ein Wandervogel habe er auch nie sein wollen, versichert er. Bodenständig zu bleiben, sei eine Maxime, sagt der zweifache Familienvater. Nach seinem Studium der Sportwissenschaft sei ihm daher der Beruf immer wichtig gewesen, ein solides Fundament sollte her.

Zur Spitzenmannschaft fehlen Nuancen

Sein Wechsel an den Stimberg in damals sportlich schwierigen Zeiten nach dem Oberliga-Abstieg war dem geschuldet: „Nicht mehr jeden Tag über die A40 zu müssen, sondern näher an der Heimat zu sein, war schon wichtig für mich“, sagt er.

 Dass die Spvgg. in den vergangenen zwei Jahren keine ganz große Rolle spielen konnte in der Westfalenliga sieht „Kunzi“ differenziert: „Im ersten Jahr war das Ziel, nicht wieder abzusteigen. Dass wir dann sogar am Ende noch vorne mitgespielt haben, war eigentlich eine positive Überraschung. Leider waren wir in den letzten vier Spielen platt.“ Die aktuelle Saison, die die Spvgg. bestenfalls auf Rang fünf beenden wird, sieht Kunz als Reifeprozess an: „Es fehlten halt die Nuancen, die eine Spitzenmannschaft ausmacht.“

Er ist sicher: In der kommenden Saison wird die Mannschaft dies kompensiert haben. Auch Philipp Kunz schätzt die Arbeit von Trainer Ahmet Inal, bringt sich selbst ein. Ein Torhüter soll noch kommen, Kunz ist in die Entscheidung eingebunden.

"Mit fehlt das Training"

Und falls nicht? „Mein Pass bleibt da“, sagt er. „Ich bin ja nicht aus der Welt. Aber ich merke eben auch, dass mir ein wenig das Training fehlt.“ Berufsbedingt hatte er zuletzt immer wieder gefehlt. Aber ist das ein Kriterium für einen Torhüter? „Durch meinen Job bin ich natürlich fit“, versichert er.

 Am Sonntag im Spiel gegen den SV Horst-Emscher kann sich Philipp Kunz auf einen arbeitsreichen Nachmittag einstellen. Die Gelsenkirchener, die ein Punkt hinter dem Relegationsrang rangieren, haben mit Siegen über Neheim (2:0) und Finnentrop/Bamenohl (3:1) ein Zeichen gesetzt. „Sie haben den Abstiegskampf angenommen“, sagt Trainer Ahmet Inal. „Das wird ein schwieriges Spiel für uns werden.“

Zumal das Personal aktuell ziemlich ausgedünnt ist: Kevin Hegel, Kevin Lehmann (beide verletzt) und der gelbgesperrte Dennis Weßendorf fehlen definitiv, die Einsätze von Philipp Mandla, Danny Tottmann und Bernard Gllogjani sind fraglich.

von Olaf Krimpmann / Medienhaus Bauer

Spvgg. Erkenschwick - Horst-Emscher 08;

So., 15 Uhr

– Jule-Ludorf-Sportanlage