elfmeterschiessen bei GWEDas Kreispokal-Viertelfinale zwischen GW Erkenschwick und der Spvgg. wird im Elfmeterschießen abgebrochen. Ein Zuschauer hatte den Schiedsrichter geschlagen. Fassungslos standen sich am Mittwochabend die meisten der knapp 600 Zuschauer am Oer-Erkenschwicker Nußbaumweg beim Kreispokal-Viertelfinale zwischen A-Ligist Grün-Weiß und Westfalenligist Spvgg. Erkenschwick gegenüber, als Schiedsrichter Timo Barth die Partie um 21.17 Uhr im laufenden Elfmeterschießen abbrach.

 

Ein Zuschauer, offenbar aus der GWE-Ecke, war zuvor auf den Spielleiter zugestürmt und hatte ihm ins Gesicht geschlagen. Barth lief mit seinem Gespann direkt in die Kabine, wo er zunächst blieb. Minuten lang war nicht klar, ob es noch weitergehen würde. Doch dann kam um 21.30 Uhr die Nachricht, dass die Begegnung abgebrochen wurde. Aber wie konnte es dazu kommen?

Gatberg und Gllogjani treffen

Alles war bereit für ein großes Fußballfest. Eines, auf das offenbar viele Fußballfreunde in Oer-Erkenschwick gewartet hatten. Und tatsächlich wurde die Premiere des neuen Spvgg.-Trainergespanns mit David Sawatzki und Holger Gehrmann ein wahrer Krimi. Die Gastgeber gingen früh nach einem Konter durch Marvin Gatberg in Führung. Fortan verteidigte der Außenseiter leidenschaftlich das knappe 1:0, das auch beim Seitenwechsel noch Bestand hatte. Der Westfalenligist kam nach der Pause durch Bernad Gllogjani schnell zum Ausgleich nach einer Ecke, getreten von Skandar Soltane (52.).

Maßmann hält überragend

Doch den Siegtreffer verhinderte in der Folge ein überragender Patrick Maßmann im GWE-Tor. Nach 95 Minuten, in denen zunächst GWE-Spieler Dennis Moll mit Gelb-Rot vom Platz flog (80.) und in der Nachspielzeit Timur Umar wegen Nachtretens glatt Rot sah (90.+3), pfiff Schiri Barth schließlich zum finalen Elfmeterschießen. Und hier eskalierte die ganze Sache dann. Für GWE hatten Markus Krüger, Thorben Oberhag und Jan Mratzny verwandelt. Andreas Ovelhey traf für die Spvgg.

Schiri lässt zwei Elfer wiederholen

Den Elfmeter von Dennis Weßendorf, den Maßmann parierte, ließ der Schiri wiederholen, weil der GWE-Torwart offenbar zu weit vor der Linie stand. Schon hier kochten die Gemüter auf und neben dem Spielfeld hoch. Es kam zu einer Rudelbildung am Mittelkreis. Dann konnte es aber zunächst weitergehen. Als der Schiedsrichter dann aber auch noch den ebenfalls verschossenen Elfer von Umut Berke wiederholen lassen wollte, brannten bei einem Zuschauer alle Sicherungen durch. Er stürmte auf den Platz, schlug Barth vermutlich ins Gesicht. Der Abbruch war die logische Konsequenz.

Polizei nimmt Anzeige auf

Die herbeigerufene Polizei nahm eine Anzeige des Schiedsrichters gegen den Zuschauer auf, verließ dann aber wieder Anlage. Das Schiedsrichtergespann konnte den Sportplatz später unbehelligt  verlassen. Wie die Partie gewertet wird, muss die Spruchkammer entscheiden. Eine Wertung für die Spvgg. gilt aber als wahrscheinlich.

Update, 23.50 Uhr, mit Stellungnahme der DJK Grün-Weiß:

Grün-Weiß Erkenschwick hat am späten Mittwochabend kurz nach Abbruch der Partie via Facebook folgende Stellungnahme abgegeben:

"Am heutigen Tage mussten wir in einem mehr als spannenden Pokalspiel die hässliche Fratze in Form einer tätlichen Auseinandersetzung am eigenen Leibe erleben. Während des Elfmeterschießens gelang es einem Zuschauer, bei eigener Führung, auf das Spielfeld zu laufen und den Schiedsrichter zu attackieren. Das Spiel wurde daraufhin abgebrochen. Der Großteil der Fans verließ mehr als enttäuscht und niedergeschlagen die Anlage. Damit gelang es einem Unbelehrbaren, die Arbeit von Vielen und die Freude am Sport mit einer unentschuldbaren Aktion in den Abgrund zu reißen.

Wir sind bezüglich dieser Aktion mehr als erschüttert. Uns, die wir für die Fairness im Sport plädieren, bleibt nur, uns bei allen Fans, die zum Nußbaumweg kamen, um einem spannenden Spiel beizuwohnen, für dieses unhaltbare Verhalten zu entschuldigen.

Der Vorstand hat sich unmittelbar nach dem Spiel beim Schiedsrichter entschuldigt. Wir distanzieren uns eindeutig von dieser Gewalttat und werden mit aller Konsequenz diesen Vorfall im Sinne des fairen Sports verfolgen."

von Olaf Nehls / Medienhaus Bauer

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