anton_stark(O.K.) So langsam aber sicher weicht die Anspannung von Anton Stark. Der vorzeitige Klassenerhalt in der Westfalenliga am Montag ließ die ersten Zentnerlasten von den Schultern des Vorsitzenden der Spvgg. Erkenschwick fallen. -
Am 23. Juni wird dann bei einer nicht-öffentlichen Gläubigerversammlung vor dem Amtsgericht Bochum über das finanzielle Schicksal des Vereins entschieden. Wie es aussieht, mit gutem Ausgang für den Traditionsverein. Am gleichen Abend wird Anton Stark dann bei der Mitgliederversammlung seinen Abschied aus der ersten Reihe bekannt geben.

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Der 76-Jährige hätte zwölf Monate nach seiner dritten Amtszeit an der Vereinsspitze dann alle Ziele erreicht: Die Spvgg. wäre sportlich wie finanziell gerettet. Was sich jetzt recht nüchtern anhört, war in Wirklichkeit ein steter, harter Kampf, oft auf Messers Schneide. "Diese Zeit geht an die Substanz", sagt Anton Stark, der frank und frei zugibt: "Am 23. Juni ist Schluss. Ich kann nicht mehr."

Der pensionierte Bergwerksdirektor gibt im ersten Rückblick zu, von der Schwere der Herausforderung überwältigt worden zu sein. "Wir sind da vielleicht etwas zu blauäugig reingegangen. Mit einem Insolvenzverfahren hatte von uns doch noch niemand Erfahrung gemacht."

Stark und seine Mitstreiter haben dicke Bretter bohren müssen, bei Sponsoren wie auch im eigenen Verein. "Nicht alle haben verstanden, warum wir trotzdem auf jede Mark angewiesen sind, auch wenn das Geld zunächst zum Insolvenzverwalter floss." Und sportlich schien die Sache lange Zeit aussichtslos. "Vor Weihnachten hatte ich noch gedacht, jetzt kannst du alles ins Kraut hauen."

Allerdings hat auch der Ehrenpräsident schnell den Glauben an die sportliche Leistungsfähigkeit der Mannschaft wiedergefunden. "Man hat in diesem Jahr gesehen, dass eine Entwicklung stattgefunden hat. Das hat uns alle zuversichtlich gestimmt."

Eine Entwicklung, die stark mit der eigenen Nachwuchsarbeit zusammen hängt. "Die Jungen, die dazu gekommen sind, waren ganz wichtig. Ich habe mich für sie eingesetzt." Und sich dabei nicht nur Freunde gemacht. Am Ende einer Nerven aufreibenden Spielzeit zollt Anton Stark dem Team seinen größten Respekt: "Das ist für so eine junge Truppe hervorragend."

Wer ihm am 23. Juni im Amt des Vorsitzenden folgen wird, ist noch offen. "Wir arbeiten daran." Fest steht nur: "Ich werde es nicht sein, auf keinen Fall." Im Beirat will Anton Stark als stets kritischer wie erfahrener Geist aber weiter mitwirken. Nur in die erste Reihe zieht's den 76-Jährigen nicht mehr.

Bis zur Versammlung wird der Bergwerksdirektor a. D. weiter daran arbeiten, einen geeigneten Nachfolger zu finden. "Vielleicht schaffen wir es, einen Kandidaten im Vorfeld zu präsentieren." Wenn nicht, soll im Laufe der Versammlung ein Nachfolger vorgeschlagen werden. Stark: "Bis dahin werden wir einen Kandidaten haben, mit Sicherheit."

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02.06.2009 | Quelle: Medienhaus Bauer

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