SetzkeFür die Spvgg. Erkenschwick ist die Verpflichtung von Martin Setzke zweifelsfrei der Königstransfer für die kommende Saison. Die Rückkehr des verlorenen Sohnes bedeutet am Stimberg nämlich mehr als nur eine einfache Neuverpflichtung irgendeines torgefährlichen Stürmers.Und dabei hat der 28-jährige Oer-Erkenschwicker, der einst beim Nachbarn GWE in der E-Jugend erste Fußballerfahrungen sammelte, noch nicht eine Minute für seinen neuen alten Verein gespielt.Martin Setzke hat immer noch mit einer Verletzung zu kämpfen, die er sich am 12. August 2010 im Training bei ETB SW Essen zugezogen hat. Ein kleiner S

chubser im Trainingsspielchen hatte verheerende Folgen für ihn und vor allem für sein Knie. Das vordere Kreuzband war durch, ein Innenband angerissen und auch der Innenmeniskus hatte ’was abbekommen. Dass auch der Außenmeniskus zerfetzt war, wurde erst später festgestellt. Zweimal musste Setzke 2010 unters Messer.

Letztes Pflichtspiel Anfang Mai 2010
Sein letztes Pflichtspiel über 90 Minuten hat der Torjäger Ende Mai 2010 bestritten. Es war ein besonderes für ihn und seinen Klub. Durch einen 2:1-Sieg gegen den Erzrivalen RW Essen qualifizierten sich die Schwarz-Weißen für die erste Hauptrunde im DFB-Pokal. Das Spiel gegen Zweitligist Alemannia Aachen, das die Essener mit 1:2 verloren – den Treffer für ETB erzielte übrigens Sebastian Westerhoff – konnte Setzke dann nicht mehr mitmachen. „Drei Tage vorher hatte ich den Unfall im Training“, erinnert sich der Oer-Erkenschwicker. So eine schwere Verletzung hatte Setzke in seiner langen Karriere noch nie. Nach der B-Jugend wechselte er zu Teutonia SuS Waltrop. Sein jetziger Trainer Magnus Niemöller konnte ihn damals wie heute von einem Wechsel überzeugen. „Ich hätte auch zur Spvgg. gehen können, aber irgendwie hat das nicht geklappt“, erinnert sich Setzke. Nach der Jugend klappte es dann doch. Die ersten drei Jahre bei den Senioren verbrachte der 28-Jährige bei der Spvgg., stieg unter Trainer Michael Pannenbecker sogar in die Oberliga auf. Manni Wölpper lockte ihn in der Saison 2004/2005 zu den Amateuren des VfL Bochum. „Wenn du zu einem so großen Verein wechselst, hoffst du insgeheim schon, dass es vielleicht klappen könnte“, gibt der Stürmer zu.

Beim VfL Bochum Einwechselkönig der Liga
Es klappte nicht. „Ich hatte schon den Spitznamen ‚Einwechselkönig der Liga‘ weg. Und damit wollte ich mich nicht zufrieden geben“, sagt Setzke heute. Und weil es auch schulisch und beruflich – Setzke studierte BWL – nicht so richtig voranging, löste er seinen Zweijahresvertrag beim VfL nach nur einer Saison wieder auf und kehrte zum Stimberg zurück. „Da hab’ ich dann wieder drei Jahre bis zur Insolvenz gespielt. Danach bin ich dann mit anderen wie Nils Eisen oder Zoui Allali nach Herne gegangen.“ Es folgten ein aktives und nach der Verletzung ein passives Jahr in Essen, in dem er mittlerweile auch sein Studium erfolgreich abgeschlossen hat. Von März bis Juli 2011 absolvierte Setzke dann ein Praktikum in der Geschäftsstelle des FC Schalke 04 in der Finanzabteilung des Klubs. „Seit der Zeit kann man mich durchaus als einen Schalke-Sympathisanten bezeichnen. Ansonsten ist mein Lieblingsverein aber die Spvgg. Erkenschwick“, versichert der Oer-Erkenschwicker. Womit er wieder beim Thema wäre. Ab wann können die Fans der Schwarz-Roten denn wieder mit Toren von Martin Setzke rechnen? „Ich hoffe, dass ich Ende September wieder soweit bin, dass es für 60 bis 70 Minuten reicht. Vielleicht geht’s aber auch schon etwas eher.“ Den Sprung unter die ersten Elf traut er sich auf alle Fälle noch zu. „Leicht wird es aber nicht, zumal wir in der Offensive ja super besetzt sind. Wenn ich aber wieder die richtige Fitness habe, dann will ich natürlich auch spielen“, sagt er selbstbewusst. Und bei der Spvgg. dürfte es kaum einen geben, der ihm das nicht zutraut. 

Zum Seitenanfang