blank_Stefan2Auch wenn es seit Wochen sportlich um nichts mehr geht, ist die Spvgg. Erkenschwick immer wieder gut für Schlagzeilen. Drei Tage vor dem vorletzten Saisonheimspiel am Sonntag gegen Westfalia Rhynern wurde Trainer Stefan Blank beurlaubt – per E-Mail.


Der kommissarische Vorsitzende Hermann Silvers, Verfasser der Mail, wirft Ex-Profi Blank vereinsschädigendes Verhalten vor. Silvers: „Er ist Trainer und trainiert nicht. Und als Sportlicher Leiter ist er im Vorstand, aber auch dort nicht zu sehen. Jetzt droht er dem Verein auch noch mit Klage. Das lasse ich mir nicht gefallen.“

Eine Art „Steilvorlage“ lieferte Blank offenbar am vergangenen Dienstag, als der 34-Jährige in der Tat nicht das Training leitete. „Dieser Vorwurf ist doch ein Witz. Ich hatte einen lange geplanten privaten Termin, das Training aber ordnungsgemäß an die Co-Trainer abgegeben.“

Kein Geheimnis ist, dass das Tischtuch zwischen Vorsitzendem und Trainer/Sportlichem Leiter seit Wochen zerschnitten ist. Da geht es zum einen um die Nicht-Teilnahme am Lizensierungsverfahren für die NRW-Liga. Blank: „Seitdem Hermann Silvers Vorsitzender ist, wurden mir nur Knüppel zwischen die Beine geworfen. Er sagte, dass es keine Lizenz geben würde, da lagen wir gerade vier Punkte zurück. Dass es danach nur noch Freundschaftsspiele geben würde, war doch klar. Ich habe dabei immer mitgespielt. Sogar als mein Vertrag zum 31. Mai gekündigt wurde, um ein Gehalt zu sparen, habe ich nicht aufgemuckt.“

Silvers entgegnet: „Die NRW-Liga ist für diesen Verein eine Nummer zu hoch. Und wirtschaftlich ist sie ein Totalschaden. Bei jedem Heimspiel machen wir sogar Minus.“ Natürlich geht es beim Streit auch um Geld.

Blank sagt, dass ihm seit Februar noch Gehälter offen stehen. „Dass ich meine mir vertraglich zugesicherten Gelder nach drei Monaten einfordere, wird jeder nachvollziehen können“, so der Gelsenkirchener. Notfalls auch per Anwalt.

Allerdings bestreitet der 34-Jährige, bereits juristische Schritte eingeleitet zu haben. „Bis jetzt habe ich keinen Anwalt eingeschaltet.“ Jetzt aber werde er „auf jeden Fall“ mit Hilfe eines Rechtsbeistandes sein Geld einfordern. Die Trennung dürfte für die Spvgg. Erkenschwick damit noch ein Nachspiel haben.

Immerhin: Die Spieler sollen Donnerstag das April-Gehalt erhalten haben, sodass die Spvgg. ihre vertraglichen Verpflichtungen dem kickenden Personal gegenüber zunächst erfüllt hat. 

Wer am Sonntag im Heimspiel gegen Westfalia Rhynern auf der Erkenschwicker Bank sitzen wird, ist noch nicht entschieden.

von Olaf Krimpmann

 

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