Die Spvgg. Erkenschwick will nicht wieder in alte Fehler verfallen

In der Vorsaison schwebte das Damoklesschwert der Insolvenz über der Spvgg. Erkenschwick. Das ist vom Tisch. Ein Segen für den Verein und seinen neuen Vorstand um Hermann Silvers..

Denn jetzt kann ohne den Hintergrund erdrückender Schulden der Neuanfang gestartet werden. Die Ausrichtung ist eindeutig: „Wir bauen weiter auf unsere Jugendarbeit, die in nächster Zeit noch weiter verstärkt werden soll”, sagt der Vereinsboss, der auch noch der Jugendabteilung vorsteht.

Ganz klar: Das größte Kapital des Traditionsvereins ist seine Nachwuchsarbeit. Schon der Kader der Vorsaison setzte sich zum überwiegenden Teil aus Spielern zusammen, der der eigenen Jugend entsprossen sind. Das gilt auch für die neue Saison, in der neben Zweittorhüter Patrick Kunz mit Dominik Ernst, Alexander Glembotzki und Marcel Siwek drei weitere Ex-A-Junioren vertreten sein werden. Auch den 27-jährigen „Heimkehrer" von Westfalia Herne, Zouhair Allali, muss man in diesen Kreis mit einreihen. Denn auch er entstammt der eigenen Nachwuchsarbeit.

„Wir hoffen, dass wir nach dem für uns positiven Ausgang des Insolvenzverfahrens einige potenzielle Sponsoren wieder für den Verein begeistern können, nachdem wir jetzt frei von Schulden sind und unsere Aktivitäten bei der Jugendarbeit noch verstärken."

Und Sponsoren-Hilfe braucht der neue Vorstand so wie das tägliche Brot. „Natürlich ist es erfreulich, dass wir ohne Schulden neu anfangen können." Aber der Pferdefuß ist natürlich auch der, dass das Grundkapital notgedrungen in die Mittel eingeflossen ist, die zur Abwicklung des Insolvenzverfahrens nötig waren.

Geblieben ist dem neuen Vorstand ein Startkapital von 4500 Euro. „Die Fixkosten liegen im Monat deutlich höher. Deshalb sind wir alle unterwegs, um Leute aufzutreiben, die uns ein Polster verschaffen, mit dem wir drei Monate abdecken können. Denn wir haben vorerst keine Spiele mit Einnahmen. Und nur vom Mitgliederbeitrag können wir natürlich auch nicht leben."

Was auch den Neuaufbau der für die Bezirksliga gemeldeten U 23-Mannschaft nicht gerade erleichtert. „Da werden wir wohl erst beim ersten Training am 7. Juli einen Überblick haben, wie deren Kader aussehen wird. Schließlich können wir den Spielern nur eine sportliche Perspektive mit möglichen Empfehlungen für die Westfalenliga-Mannschaft bieten, aber zumindest vorerst keine finanziellen Anreize." Denn eines ist für Silvers und seinen neuen Vorstand klar: Auf finanzielle Vabanque-Spiele, die den Verein zuletzt ins Insolvenzverfahren geführt hatten, will man sich auf keinen Fall einlassen.

Das wissen auch die Spieler der Westfalenliga-Mannschaft, die am Mittwoch noch ohne Marcel Siwek, Dominik Ernst und Alexander Glembotzki, die mit den A-Junioren auf der Saisonabschlussfahrt waren, das Training wieder aufnahmen. Trotzdem gab es mit Zouhair Allali, Daniel Eisenkopf und Christian Götz Neuzugänge, „von denen wir uns natürlich erhoffen, dass sie uns sportlich weiterhelfen und einen besseren Start in die Saison ermöglichen, als es vor einem Jahr der Fall war”.

von Jürgen Seyb

Quelle: WAZ, Vest

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