Hatten gleich 6x Grund zum jubeln: unsere zweite Mannschaft.RWE-Winter-Transfer Julian Panchyrz sprach von einem „gebrauchten Tag“. Andreas Jakob sah gar „die schlechteste Halbzeit seit ich hier Trainer bin.“ Das Derby gegen die Spvgg. II war aus Sicht der Rot-Weißen schlichtweg katastrophal.

1:6 (0:4) hieß es nach 90 Minuten – es hätte gut und gerne zweistellig werden können.

RWE-Kapitän Frank Adamski hatte nach Schlusspfiff schnell die Fassung wiedergewonnen. „Wir müssen nicht hier und heute die Punkte holen. In den nächsten vier Wochen entscheidet sich, wohin für uns die Reise geht.“ Spielt der Aufsteiger gegen die direkten Konkurrenten so wie am Sonntag gegen die in allen Belangen überlegenen Schwarz-Roten, dürfte der Weg zurück in die Kreisliga B führen. Das steht fest.

Da kann es auch keine Entschuldigung sein, dass Stammkeeper Dominik Colloff im Urlaub ist und für ihn Altherren-Torwart Stephan Dreher zwischen den Pfosten stand. Dreher verhinderte nach der Pause mit einigen guten Paraden Schlimmeres.

Doch zurück zu Julian Panchyrz. Der freute sich kaum über den Ehrentreffer für die Gastgeber in der Schlussminute. Es war sein zweites Tor für seinen neuen Klub. „Das war heute nix. Das fing schon vor dem Spiel an. Da hatte ich auf der Autobahn eine Panne mit meinem Auto und war so erst zur zweiten Halbzeit da. Und dann komm’ ich hier an und es steht 0:4“, ärgerte sich der lange Mittelfeldspieler.

Das Unheil aus RWE-Sicht nahm bereits nach drei Minuten seinen Lauf. Bayram Pazar traf nach Flanke von Christopher Damnitz. Jonas Tavornik legte nach einer Viertelstunde das 0:2 nach. Die Hintermannschaft der Jakob-Elf war an diesem Nachmittag mit einfachsten Mitteln auszuhebeln. Mit ein, zwei Stationen war das Mittelfeld überbrückt.
Und im Laufduell zogen die RWE-Kicker meist den Kürzeren. So auch beim 0:3, das Pazar mit einem Lupfer nach 30 Minuten erzielte. Der starke Marvin Gatberg legte kurz vor der Pause das 0:4 nach (42.) und nur die Halbzeitpause verhinderte dabei einen lupenreinen Hattrick des Torjägers. Denn Gatberg spurtete der RWE-Hintermannschaft auch nach der Pause noch zweimal davon und traf zum 0:5 (50.) und 0:6 (52.). Danach gab’s noch Chancen in Hülle und Fülle für die „Gäste“, die bekanntlich auf ihr Heimrecht verzichtet hatten und bereits das Hinspiel am Mühlenweg ebenso klar mit 5:0 gewonnen hatten. Die Stimmung bei den Honermännern war im Keller, daran änderte auch das 1:6 von Panchyz nichts mehr. Spvgg.-Coach Oliver Gallert war natürlich zufrieden: „Wobei, ein paar Tore mehr hätten es noch sein können.“

Von Olaf Nehls

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