Sah ein paar Tore in Marl: Olaf Neisen.Was für ein Spiel! Hätte das Thermometer nicht eine Temperatur knapp unter dem Gefrierpunkt angezeigt, wäre es leicht, den 8:4 (3:1)-Sieg der TSV-Reserve über die Zweitvertretung der Spvgg. Erkenschwick in die Kategorie „Sommerfußball pur“ einzuordnen.

Doch so war es eher eine Begegnung nach dem Motto „jeder Schuss ein Treffer“, bedingt durch die Tatsache, dass auf dem Kunstrasen am Loekamp in Marl-Hüls als oberste Maxime galt, ja dem Gegner nicht wehtun zu wollen.


Bereits nach vier Minuten war der TSV nach dem ersten Angriff durch Ivica Kisic in Führung gegangen. Das 2:0 durch Timo Holtkamp nach einem präzise ausgeführten Freistoß von Thomas Fritzsche stellte nach 30 Minuten den Spielverlauf auf den Kopf. Denn die besseren Kombinationen zeigten in der Anfangsphase die Gäste vom Stimberg, die bis dahin lauffreudiger wirkten. Belohnt wurden sie dafür sieben Minuten später, als Patrick Warning nach einem Freistoß auf 2:1 verkürzen konnte. Doch kurz vor der Pause war es TSV-Angreifer Marvin Wloch, der sein Team nach Vorarbeit von Brian Best auf die Siegerstraße schoss. Nach dem Seitenwechsel besorgte Stefan Seumenicht prompt das 4:1 (48.) und eigentlich war das Match jetzt gelaufen. Eigentlich! Denn knappe zehn Minuten später verfiel die Hintermannschaft des TSV in einen unerklärlichen Minutenschlaf.

Die Folge: Mit einem Doppelschlag verkürzten Marvin Gatberg (56.) und Jonas Tavornik (57.) auf 4:3 und die Gäste waren wieder im Spiel. Allerdings nicht sehr lange, denn nach 63 Minuten verschaffte Brian Best mit einem fulminanten Schuss aus spitzestem Winkel seinem Team wieder Luft, es stand 5:3. Und nun ging das Tore-Schießen fröhlich weiter. Zunächst vergab Brian Best einen Foul-Elfmeter, doch dann trafen der Reihe nach Raphael Tobola und der Erkenschwicker Patrick Warning per Eigentor für den TSV, ehe Marvin Gatberg den Gästen ein Erfolgserlebnis bescherte. Den letzten Schuss feuerte Raphael Tobola ab, der in der 91. Minute den 8:4-Endstand in einem denkwürdigen Spiel herstellte.

Von Christoph Mrosek

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