"Das war an Peinlichkeiten nicht mehr zu überbieten. Drei Gegentore in nur fünf Minuten“, zeigte sich Olaf Neisen nach Abpfiff geschockt.In nur fünf Minuten machte der SV Titania im A-Liga-Derby gegen die Spvgg. II alles klar. Den 0:1-Rückstand aus der Pause bog die Elf von Trainer Thomas Beck und Andreas Albersmann in einen verdienten 3:1-Sieg um.


„Das war an Peinlichkeiten nicht mehr zu überbieten. Drei Gegentore in nur fünf Minuten. Das ist eine Katastrophe“, zeigte sich Olaf Neisen nach Abpfiff geschockt. Dabei sah es zu Beginn gar nicht schlecht aus für die Gäste vom Stimbergstadion.

Dominic Petek musste nach einem Pferdekuss in der 16. Minute verletzt raus. Für ihn spielte Karim Schocke. Der kam dann über den rechten Flügel auf das Tor der Titanen zu und schoss den Ball in die Maschen – 0:1 (16.). Für Torhüter Sven Bartlewski – eigentlich Feldspieler – gab’s da nichts zu halten. Bartlewski stand für Sascha Cziongalla im Kasten, weil dieser sich am Samstag verhoben hatte und mit Rückenschmerzen ausfiel.

Bis zur Pause blieb’s bei dem Spielstand. Beide Teams ließen sämtliche Torchancen aus und davon gab‘s dank des offenen Spiels jede Menge. Thomas Beck reagierte auf die Abschlussschwäche seiner Offensive. Ali Bektas kam für Adem Bayraktar und brachte mehr Aggressivität ins Mittelfeld. Mit Marc Putzig schickte der Trainer seinen Edeljoker aufs Feld.

Auch der Torjäger vergab die erste gute Gelegenheit in der 46. Minute nach tollem Zuspiel von Mahmut Karatas. Danach aber war Putzig zur Stelle, drosch in der 62. Minute den Ball zum 1:1 ins Netz. Nur eine Minute später jubelte Lukas Finke und schon in der 65. Minute legte ausgerechnet Ex-Spvgg.-Kicker Mahmut Karatas das 3:1 nach. Karatas zog bei seinem ersten Saisontreffer aus der zweiten Reihe ab, nachdem Mohamed Kaddouri den Ball an den Pfosten gedroschen hatte. Die Gäste bäumten sich nach dem Rückstand nicht mehr auf, zumal Regisseur Matthias Szatka nach einem Pressschlag unmittelbar vor den Gegentoren verletzt raus musste. „Das tat uns natürlich weh“, meinte Neisen. „Trotzdem kann es nicht sein, dass wir immer nur eine Halbzeit gut spielen. Nach der Pause waren wir wie ausgewechselt.“

Beck hingegen war zufrieden. Sein Team spielte weiter nach vorne und hatte noch einige Chancen, die der Reihe nach versiebt wurden. „Die Wechsel zur Pause waren entscheidend. Danach haben wir das Derby angenommen und waren wesentlich aggressiver“, lobte Beck seine Elf.

Titanias Urgestein Egon Kodat hatte es offenbar ohnehin geahnt, dass sein Verein am Ende jubeln wird. „Beruhigt euch. Wir gewinnen noch 3:1“, meinte „Orakel“ Kodat in der Halbzeitpause. Der Mann sollte Lotto oder Oddset spielen.

Von Florian Gleichforst

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