Drucken

oberliga westfalenDer große Gewinner des 19. Spieltags der Oberliga Westfalen war am Wochenende selbst gar nicht am Ball: Rot-Weiss Ahlen. Das Spiel des Tabellenführers bei Westfalia Rhynern fiel bekanntlich den schlechten Platzverhältnissen am Papenloh zum Opfer. Nicht spielen und gewinnen – wie das?  Dass Ahlen seine Position an der Spitze festigen konnte, daran hatte ein Verein aus dem Kreis großen Anteil: Die Spvgg. Erkenschwick besiegte im Verfolgerduell den SC Roland mit 2:1 und schloss bei nun 33 Punkten sogar fast zu den Beckumern auf (35).

 Da der Zweite TuS Erndtebrück (36) überraschend auf eigenem Platz ein 0:1 gegen die Hammer SpVg kassierte, hat RW Ahlen weiter vier Punkte Vorsprung vor dem Verfolger (der aber bereits zwei Spiele mehr ausgetragen hat). Auf Platz drei und den SC Roland bleibt es bei fünf Zählern – und der hat sogar drei Spiele mehr absolviert.

 

Ist das schon eine Vorentscheidung?  Große Spannung verspricht das Aufstiegsrennen derzeit jedenfalls nicht. Denn weder der Dritte (SC Roland) noch der Vierte (Spvgg. Erkenschwick) dürften in den kommenden Wochen eine Lizenz für die Regionalliga West beantragen.  Einzig Westfalia Rhynern (5. Platz, 32 Punkte) könnte Ahlen und Erndtebrück auf den Aufstiegsplätzen noch in Alarmstimmung versetzen – falls Rhynern seine drei Nachholspiele gewinnt.

Mehr Brisanz birgt aktuell eindeutig die Abstiegsfrage.  !Eine wichtige Frage lautet: Wird es am Saisonende zwei oder drei Absteiger in die Westfalenliga geben? Zwei Absteiger sind fest zementiert, das sieht die Abstiegsregelung des FLVW vor. Drei Absteiger würden es, sollte es aus der Regionalliga West zum verstärkten Abstieg drohen. Der wäre – Stand heute – amtlich.  Denn mit Schalkes und Bochums U23 sowie den Sportfreunden Siegen belegen gleich drei Westfalen-Vertreter die Abstiegsplätze. Dass sich in den noch verbleibenden zwölf Spieltagen in der Regionalliga einiges verschieben kann, ist klar.

Aber tritt der VfL Bochum tatsächlich in der Oberliga an?  Wie fast alle Profi-Vereine denkt auch der VfL Bochum über Sinn und Unsinn eines U23-Ausbildungsteams nach. Offenbar gibt es an der Castroper Straße ernsthafte Überlegungen, das B-Team im Fall eines Abstiegs aus dem Spielbetrieb zu nehmen. Grund: Die Kosten stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen für die Profi-Abteilung. Und da beim klammen VfL derzeit ohnehin jeder Euro umgedreht wird...

Was bedeutet das für den VfB Hüls, der um den Klassenerhalt spielt?  Am Badeweiher beobachtet man die Entwicklung genau. „Ich rechne nicht damit, dass Bochum in der Oberliga antritt“, sagt VfB-Teammanager Engin Yavuzaslan. Das könnte im Kampf um den Klassenerhalt manches vereinfachen, auch der Tabellen-16. würde in der Liga bleiben. Aktuell hat der VfB Hüls fünf Punkte Vorsprung auf den 16. Platz, sieben Zähler sind es gar auf den ersten regulären Abstiegsplatz, den 17. Rang.

Beim 1:1 gegen den FC Gütersloh spielte der VfB ohnehin nicht wie ein Team, das um die Klasse fürchten muss.  Beide Mannschaften zeigten ein flottes, unterhaltsames Oberliga-Spiel. Hüls scheint an die guten Leistungen vom Saisonstart im Sommer anzuknüpfen zu können: Nach dem Pflichtsieg in Herne gab’s nun das 1:1 gegen Gütersloh. „Schade, dass die Mannschaft nicht mit einem Dreier für ihr Engagement belohnt wurde“, sagt Trainer Karsten Quante mit Blick auf das späte Gegentor in der 90. Minute. Immerhin aber ist Gütersloh seit Oktober ungeschlagen – da kann sich auch ein 1:1 allemal sehen lassen.

Und die Spvgg. Erkenschwick?  !Die eilt derweil von Spitzenspiel zu Spitzenspiel, hat nach dem SC Roland nun Arminia Bielefelds U23 vor der Brust, mit fünf Siegen in Serie die Mannschaft der Stunde in der Oberliga.  Der trainingsfreie Tag, den Trainer Magnus Niemöller seinen Mannen nach dem 2:1 spendierte, kommt angesichts des aktuell dünnen Kaders gerade recht: „Wir haben Sonntag gegen ein Top-Team sehr viel laufen müssen – bei uns stand diesmal die Arbeit im Vordergrund.“

Quelle: Stimberg-Zeitung