spvgg erkenschwickNachdem unsere erste Mannschaft zum Ende des letzten Jahres auf einem Aufstiegsplatz zur Regionalliga überwintert hat, haben wir uns innerhalb des Vereins mit einem möglichen Aufstieg in eine höhere Spielklasse intensiv beschäftigt.

 

Anders als noch vor vier Jahren, als ein Verbleib in der damaligen NRW-Liga von Vereinsseite von vornherein kategorisch ausgeschlossen wurde, hat sich der Verein nun mit den Herausforderungen eines Aufstiegs in die vierte Liga befasst und ist damit seiner großen Verantwortung für die aktuellen sportlichen Erfolge in der Oberliga Westfalen - anders als noch im Jahr 2010 - nicht aus dem Weg gegangen. Ganz im Gegenteil. Wir haben die Lizenzunterlagen beim Verband angefordert und in diesem Zusammenhang die Stimmungen und Erwartungen der einzelnen Abteilungen im Verein sowie in der Mannschaft abgeklopft.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass eine breite Zustimmung und grundsätzlich ein großes Interesse darin bestand, die Unterlagen ehrlich und systematisch zu prüfen, um Voraussetzungen, Chancen und Risiken eines möglichen Aufstiegs genau zu identifizieren. In den vergangenen Wochen haben wir im Vorstandsteam die Unterlagen intensiv geprüft und die Ergebnisse in einem vereinsinternen Ergebnisbericht zusammengefasst.

Nach Abschluss der Prüfphase haben wir die Resultate mit der sportlichen Abteilung, mit Fangruppierungen und zuletzt in den verschiedenen Vereinsgremien umfassend diskutiert. Es gab und es gibt nach wie vor Stimmen, die einem möglichen Aufstieg weiterhin extrem positiv gegenüberstehen. Allerdings gab es auch Entscheidungsträger, die nicht bereit waren, einen möglichen Weg in die vierte Liga mitzugehen und sich von einer möglichen Aufstiegsidee distanziert haben. Es fehlte damit zuletzt ein eindeutiges Signal bzw. ein klares Votum im Gesamtverein, denn ein Regionalliga-Aufstieg macht aus Vereinssicht nur dann Sinn, wenn alle Abteilungen, alle Verantwortlichen sowie sämtliche handelnden Personen geschlossen hinter der Regionalliga stehen.

Die finanziellen Voraussetzungen sind in Erkenschwick nach wie vor sehr schwierig und sicherlich nicht regionalligareif. Zwar hat es zuletzt durchaus positive Gespräche mit einem möglichen Personenkreis gegeben, der bereit gewesen wäre, für die Regionalliga zu bürgen - allerdings sind die aktuellen Verband- Abgabe- und Personalkosten für die vierte Liga für unseren Verein aus unserer Sicht aktuell noch nicht umfänglich zu bewältigen. Sich finanziell mit Mannschaften wie SF Lotte, Viktoria Köln oder Alemannia Aachen in einer höheren Liga zu messen, ist derzeit praktisch unmöglich.

Dass unsere Mannschaft ohne Zweifel das Potenzial hat, einen sportlichen Aufstieg in diesem Jahr - aus eigener Kraft oder nicht aus eigener Kraft - zu realisieren, ist unbestritten. Allerdings - und das haben wir auch mit Trainer und Mannschaft diskutiert – wäre der sportliche Aufwand in der Regionalliga deutlich höher. Trainingsbelastung und Trainingsintensität müssten zunehmen, um in der vierten Liga konkurrenzfähig zu sein bzw. zu bleiben. Fast alle unsere Spieler sind berufstätig, arbeiten teilweise im Schichtdienst und sind auch samstags beruflich stark eingespannt. Da die Meisterschaftsspiele in der Regionalliga grundsätzlich am Samstag stattfinden, würden uns damit verschiedene Spieler zu Pflichtspielen nur eingeschränkt oder gar nicht zur Verfügung stehen. Dass von unterklassigen Vereinen derzeit massiv versucht wird, einige unserer Spieler abzuwerben, hat mit der Entscheidung, im kommenden Jahr auf die Regionalliga zu verzichten, nichts zu tun.

Der sportliche Erfolg der ersten Mannschaft der Spvgg. Erkenschwick innerhalb der letzten drei Jahre ist beispielslos und das Produkt harter und ehrlicher Arbeit der sportlichen Abteilung in diesem Verein.

Darauf sind wir sehr, sehr stolz. 

 

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Giehl
Pressesprecher

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