1918: Vom "wilden" Fußball zum ordentlichen Spielbetrieb

Im Herbst 1918 wurde der 1. Weltkrieg beendet. Bitter war die Erkenntnis, dass der Krieg manchen Sportkameraden hinweggerafft hatte.

spvgg erkenschwick alt Aus dem Sportverein Erkenschwick wurde der offizielle Name "Sportfreunde Erkenschwick". Hatte man sich in der Gründerzeit und den Anfangsjahren unregelmäßig zu Spielen getroffen und mehr oder weniger "wild" gespielt.

Das erste offizielle Fußballspiel wurde 1918 gegen den Ortsnachbarn von Teutonia Datteln ausgetragen und endete mit einer deutlichen und nicht erwarteten 0-8 Niederlage.

Der Mannschaftskader im 1. Spiel: F. Bury, Wojciechowski, H. Huthwelker, E. Wassmer, F. Huthwelker, Schwammberger, Nötzold, Kasper, Zyron, A. Bury, Billatz. 

1919
Nach den Kriegswirren nahm man am 23. März 1919 den Spielbetrieb gegen die alten Sportfreunde von Germania Datteln wieder auf. Das spiel verlor Erkenschwick mit 4:1 Toren. Die Überlegenheit der Dattelner Spielweise wurde im Retourspiel noch deutlicher, das am Karfreitag, dem 18. April 1919, in Erkenschwick ausgetragen und von Germania mit 10:0 gewonnen wurde.
Saison 1919/1920

Mit Ablauf des Jahres 1918 schloß man sich dem Emschertaler Spielverband an, um in einem ordentlichen und geregelten Spielverkehr gegen andere Mannschaften antreten zu können.

Am 10. August 1919 bestritt der Sportverein Erkenschwick seinen ersten Kampf im Emschertaler Verband gegen den Sportverein Edelweiß Haltern und gewann nach hartem überlegenden Kampf mit 4:2 Toren. 

Saison 1920/1921
Anschluß am Westdeutschen Spielverband

Das erste wirkliche Ziel war der Anschluss an den Westdeutschen Spielverband. Man gehörte zwar schon zum Emschertaler Spielverband, dies war jedoch nur eine Notlösung um erst mal einen geregelten Spielbetrieb zu haben. 

Jedoch war es nicht ganz so einfach sich dem Westdeutschen Spielverband anzuschließen, nur durch eine Fusion mit dem heutigen TuS 09 Erkenschwick war es möglich. Der Turnverein meldete nunmehr bestehende Spielabteilung beim Westdeutschen Spielverband (WSV) an. Die Fußballabteilung wurde für die Spielsaison 1920/21 der C-klasse zugeteilt und nahm als "Turnverein Erkenschwick" den Spielbetrieb auf. Diese Mitgliedschaft war der Grundstein zur sportlichen Weiterendwicklung der Sportfreunde Erkenschwick.

DFB Logo 1900 1926svgLigenaufbau 1920/1921
Liganame Ligahöhe
Kreisliga 1. Liga
A-Klasse 2. Liga
B-Klasse 3. Liga
C-Klasse 4. Liga

 

Die Spielklassen sahen eine Kreisliga und darunter eine A-, B- und C-Klasse vor. Erkenschwick wurde in der unterste Klasse eingereiht und gehörte zum neu eingerichten Bezirk Recklinghausen, der die Ortschaften Marl, Hüls, Sinsen, Haltern, Dülmen, Lüdinghausen, Selm, Lünen, Waltrop, Datteln, Erkenschwick, Hochkarmark, Herten, Disteln und Scherlebeck umfasste.

 

Nach Fusion der Haltener Vereine kämpften in der C-Klasse insgesamt neun Mannschaften, die alle WSV Neulinge waren. In die gleiche Spielklasse waren mit TV Sinsen, TSV Hüls-Drewer und SV Disteln drei weitere Mitstreiter aus der Landgemeinde Recklinghausen.

Das erste Meisterschaftsspiel führten die Männer von Stimberg gegen TV 63 Recklinghausen. Das Spiel wurde mit 3-2 gewonnen. nachdem das es bei Halbzeit noch 0:0 stand. Die Presse meinte dazu: "Erkenschwick war Recklinghausen körperlich weit überlegen".

Tabellenstand C-Klasse Recklinghausen Saison 1920/1921:
Platz Mannschaft
01 SC 19 Lünen-Nord (N)
02 BV Recklinghausen 19 (N)
03 TV 63 Recklinghausen (N)
04 SV Disteln (N)
05 TV Erkenschwick (N)
06 BV Marl (N)
07 VfR Haltern (N)
08 TSV Hüls-Drewer (N)
09 TV Sinsen (N)
 So richtig gut verlief die erste Meisterschaftssaison bei den Erkenschwickern nicht. Man spielte viel zu unbeständig. Überraschend und unerwartet wurden die Meisterschaftsanwärter SC Lünen oder BV 19 Recklinghausen mit jeweils 2:1 besiegt. aber dann verlor man wieder Spiele gegen Vereine wie Haltern oder Hüls-Drewer. Am Ende der Meisterschaft reichte es für einen guten Mittelplatz.
 Saison 1921/1922

Aufrücken in die B-Klasse

DFB Logo 1900 1926svgLigenaufbau 1921/1922
Liganame Ligahöhe
Gauliga 1. Liga
Kreisliga 2. Liga
A-Klasse 2. Liga
B-Klasse 3. Liga
C-Klasse 4. Liga

 

Das wichtigste Ereignis der Saison 1921/22 war der Start der 1920 vom Verband beschlossene Gauliga. Durch die damit verbundene neue Einteilung der Klassen, mit der Gauliga an der Spitze und darunter wie bisher Kreisliga-A-, B- und C-Klasse, rückten die Vereine automatisch in eine neue Klasse auf.

Der TV Erkenschwick rückte damit von der C- in die B-Klasse vor.

 

Die neue B-Klasse setzte sich in der Hauptsache aus vorjährigen Vereinen aus der C-Klasse zusammen, nur Selm, Lüdinghausen und der Sportverein 13 Recklinghausen kamen aus der alten B-Klasse. Nicht mehr dabei waren der Meister SC Lünen Nord, der in die A-Klasse aufstieg, und der Absteiger Sinsen.

 Tabellenstand B-Klasse Recklinghausen Saison 1921/1922:
Platz Mannschaft
01 BV 19 Marl (N) 
02 BV Selm
03 FC Union Lüdinghausen
04 BV Recklinghausen 19 (N)
05 TV 63 Recklinghausen (N)
06 SV Disteln (N)
07 TV Erkenschwick (N)
08 VfR Haltern (N)
09 TSV Hüls-Drewer (N)
10 SV 13 Recklinghausen

Die Spielabteilung der Turner konnten ihren guten Leistungsstand des Vorjahres nicht ganz halten und führte zum Ende der Saison das untere Drittel der Tabelle an.

Zur Saison 1922/1924

Quellenverzeichnis:
  • "O du mein Erkenschwick: Mit Kuzorra zur Spitze im westdeutschen Fußball" von Anton Stark (Autor ) ISBN 978-3-741238178 
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