Obwohl sich Deutschland mitten im Krieg befand, waren Männer davon überzeugt, daß nicht soldatisches Heldentum allein sondern auch die sportliche Ertüchtigung den Geist und die Seele förderte und miteinander verband. So trafen sich am 9. Juni 1916 in Erkenschwick in der Gaststätte Schmitz (der späteren Sportzentrale Romanski) ein paar Enthusiasten, um einen Fussballverein zu gründen.

Es war besonders dem Sportkamerad Karl Born zu verdanken, der sich intensiv für die Verwirklichung, des einmal aufgegriffenen Gedankens einsetzte und der es auch verstand, eine Gründungsversammlung einzuberufen. Er wollte mit gleichgesinnten Sportkameraden den "Sportverein Erkenschwick" aus der Taufe heben.

Info Spvgg.: Die Gründungsmitglieder

  • Karl Born,
  • August Zyron,
  • Ludwig Knepper,
  • August Riedel,
  • Emil Geyk,
  • Emil Ostrowski,
  • Willi Rex,
  • Emil Sorger,
  • Fritz Gawlik,
  • Max Wojchiechowski,
  • Konrad Linn,
  • Karl Wassner,
  • Eduard Wassner
 
1916 bis 1919
Vom "wilden" Fußball zum ordentlichen Spielbetrieb

Kurz nach der Vereinsgründung des "Sportverein Erkenschwick" im Jahr 1916 gab es im Juni das erste Spiel bei der zweiten Mannschaft vom Sportclub Preußen Hochlarmark. Nach hartem Kampf konnte der Gastgeber mit 2:1 Toren gewinnen.

Im zweiten Auswärtsspiel ging es am 6. August 1916 mit einer ersten und zweiten Mannschaft gegen die Mannschaften vom Germania Datteln. Die ersten Mannschaften trennten sich torlos. Das Spiel für die zweiten Mannschaften endete ebenfalls unentschieden mit 1:1.

mannschaft 1916Trotz erheblicher kriegsbedingter Einschränkungen herrschte im Restjahr 1916 noch ein bescheidener Spielbetrieb. So endete das Rückspiel gegen den Sportverein Preußen Recklinghausen mit 3:2 zugunsten des Erkenschwicker Sportvereins.

Als erstes Spielfeld wurde ein Platz hinter den Westerbachschulen, zwischen der Schulten- und Kampstraße für den neuen Verein in Besitz genommen.

Am 27. August spielten die Hertener ihre Überlegenheit voll aus und schickten die Erkenschwicker mit hohe Niederlagen nach Hause. Die erste Hertener Mannschaft gewann ihr Spiel mit 8:0 und die zweite schaffte ein 5:0.

Im letzten Heimspiel des Jahres 1916 hatten sich die Erkenschwicker aber wieder gefangen und gewannen am 24. September das Nachbarschaftsduell gegen Germania Datteln mit 1:0.


Auch in den Kriegsjahren 1917 und 1918 ruhte der Fußball nicht völlig. Am 17. Juni spielte die 1. Jugendmannschaft des Sportverein gegen die 1. Jugendmannschaft des Sportclubs Preußen Hochlarmark und gewann nach harten Kampf mit 2:1.

spvgg erkenschwick alt Am 1. Juli gewann Germania Datteln gegen die Heimmannschaft aus Erkenschwick mit 2:1 Toren. Und am 7. Juli 1918 als die Wirren der letzten Kriegsmonate zunahm, versuchte man sein Glück nochmals gegen den bisherigen Standardgegner Preußen Recklinghausen. Möglicherweise fehlten kriegsbedingt zu viele Stammspieler, denn man verlor das Spiel auf dem Gegners Platz deutlich mit 10:0. Das verabredete Rückspiel kam nicht mehr zustande.


Im Herbst 1918 wurde der 1. Weltkrieg beendet. Bitter war die Erkenntnis, dass der Krieg manchen Sportkameraden hinweggerafft hatte.

INFO: Ende 1. Weltkrieg

1914 1918Am 11. November 1918 endete der Erste Weltkrieg. In den vier Kriegsjahren seit 1914 hatten mehr als neun Millionen Menschen ihr Leben verloren, 20 Millionen waren verwundet worden. Zum Ende des Krieges befanden sich 25 Staaten mit rund 1,4 Milliarden Menschen im Kriegszustand, das waren etwa drei Viertel der damaligen Erdbevölkerung.

Als Ergebnis des Waffenstillstands und des 1919 folgenden Versailler Friedensvertrages, der Deutschland die alleinige Kriegsschuld zuschrieb, besetzen Alliierte die linksrheinischen Gebiete. Deutschland muss etwa 14 Prozent seiner Fläche abtreten, schwere Waffen und die Hochseeflotte ausliefern sowie hohe Reparationszahlungen leisten.

Aus dem Sportverein Erkenschwick wurde der offizielle Name "Sportfreunde Erkenschwick". Hatte man sich in der Gründerzeit und den Anfangsjahren unregelmäßig zu Spielen getroffen und mehr oder weniger "wild" gespielt.

Nach den Kriegswirren nahm man am 23. März 1919 den Spielbetrieb gegen die alten Sportfreunde von Germania Datteln wieder auf. Das Spiel verloren die Sportfreunde Erkenschwick mit 4:1 Toren. Die Überlegenheit der Dattelner Spielweise wurde im Retourspiel noch deutlicher, das am Karfreitag, dem 18. April 1919, in Erkenschwick ausgetragen und von Germania mit 10:0 gewonnen wurde.
Saison 1919/1920
Anschluß am Emschertaler Spielverband und Umzug zur Lusenheide

Mit Ablauf des Jahres 1918 schloß man sich dem Emschertaler Spielverband an, um in einem ordentlichen und geregelten Spielverkehr gegen andere Mannschaften antreten zu können.

Am 10. August 1919 bestritt der Sportverein Erkenschwick seinen ersten Kampf im Emschertaler Verband gegen den Sportverein Edelweiß Haltern und gewann nach hartem überlegenden Kampf mit 4:2 Toren. Das Spiel der 2. Mannschaft endete 1:1 unentschieden.

Die unstete Nachkriegszeit mit seinen wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten brachte dem Verein durch die Fortnahme seiner Platzanlage hinter den Westerbachschulen einen herben Verlust. Dieser Umstand konnte den sportlichen Gedanken nicht verwischen, im Gegenteil, nur noch festigen. In vorbildlicher Gemeinschaftsarbeit wurde ein Platz an der Lusenheide ausgerodet, planiert und für den Spielbetrieb hergestellt.

Zur Saison 1920/1921

Quellenverzeichnis:
  • "O du mein Erkenschwick: Mit Kuzorra zur Spitze im westdeutschen Fußball" von Anton Stark (Autor ) ISBN 978-3-741238178 
  • Chronik der Spvgg. Erkenschwick zum 50. Jubiläum
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