1916 bis 1919
Vom "wilden" Fußball zum ordentlichen Spielbetrieb

Kurz nach der Vereinsgründung des "Sportverein Erkenschwick" im Jahr 1916 gab es im Juni das erste Spiel bei der zweiten Mannschaft vom Sportclub Preußen Hochlarmark. Nach hartem Kampf konnte der Gastgeber mit 2:1 Toren gewinnen.

Im zweiten Auswärtsspiel ging es am 6. August 1916 mit einer ersten und zweiten Mannschaft gegen die Mannschaften vom Germania Datteln. Die ersten Mannschaften trennten sich torlos. Das Spiel für die zweiten Mannschaften endete ebenfalls unentschieden mit 1:1.

mannschaft 1916Trotz erheblicher kriegsbedingter Einschränkungen herrschte im Restjahr 1916 noch ein bescheidener Spielbetrieb. So endete das Rückspiel gegen den Sportverein Preußen Recklinghausen mit 3:2 zugunsten des Erkenschwicker Sportvereins.

Als erstes Spielfeld wurde ein Platz hinter den Westerbachschulen, zwischen der Schulten- und Kampstraße für den neuen Verein in Besitz genommen.

Am 27. August spielten die Hertener ihre Überlegenheit voll aus und schickten die Erkenschwicker mit hohe Niederlagen nach Hause. Die erste Hertener Mannschaft gewann ihr Spiel mit 8:0 und die zweite schaffte ein 5:0.

Im letzten Heimspiel des Jahres 1916 hatten sich die Erkenschwicker aber wieder gefangen und gewannen am 24. September das Nachbarschaftsduell gegen Germania Datteln mit 1:0.


Auch in den Kriegsjahren 1917 und 1918 ruhte der Fußball nicht völlig. Am 17. Juni spielte die 1. Jugendmannschaft des Sportverein gegen die 1. Jugendmannschaft des Sportclubs Preußen Hochlarmark und gewann nach harten Kampf mit 2:1.

spvgg erkenschwick alt Am 1. Juli gewann Germania Datteln gegen die Heimmannschaft aus Erkenschwick mit 2:1 Toren. Und am 7. Juli 1918 als die Wirren der letzten Kriegsmonate zunahm, versuchte man sein Glück nochmals gegen den bisherigen Standardgegner Preußen Recklinghausen. Möglicherweise fehlten kriegsbedingt zu viele Stammspieler, denn man verlor das Spiel auf dem Gegners Platz deutlich mit 10:0. Das verabredete Rückspiel kam nicht mehr zustande.


Im Herbst 1918 wurde der 1. Weltkrieg beendet. Bitter war die Erkenntnis, dass der Krieg manchen Sportkameraden hinweggerafft hatte.

Aus dem Sportverein Erkenschwick wurde der offizielle Name "Sportfreunde Erkenschwick". Hatte man sich in der Gründerzeit und den Anfangsjahren unregelmäßig zu Spielen getroffen und mehr oder weniger "wild" gespielt.

Nach den Kriegswirren nahm man am 23. März 1919 den Spielbetrieb gegen die alten Sportfreunde von Germania Datteln wieder auf. Das Spiel verlor Erkenschwick mit 4:1 Toren. Die Überlegenheit der Dattelner Spielweise wurde im Retourspiel noch deutlicher, das am Karfreitag, dem 18. April 1919, in Erkenschwick ausgetragen und von Germania mit 10:0 gewonnen wurde.
Saison 1919/1920
Anschluß am Emschertaler Spielverband und Umzug zur Lusenheide

Mit Ablauf des Jahres 1918 schloß man sich dem Emschertaler Spielverband an, um in einem ordentlichen und geregelten Spielverkehr gegen andere Mannschaften antreten zu können.

Am 10. August 1919 bestritt der Sportverein Erkenschwick seinen ersten Kampf im Emschertaler Verband gegen den Sportverein Edelweiß Haltern und gewann nach hartem überlegenden Kampf mit 4:2 Toren. Das Spiel der 2. Mannschaft endete 1:1 unentschieden.

Die unstete Nachkriegszeit mit seinen wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten brachte dem Verein durch die Fortnahme seiner Platzanlage hinter den Westerbachschulen einen herben Verlust. Dieser Umstand konnte den sportlichen Gedanken nicht verwischen, im Gegenteil, nur noch festigen. In vorbildlicher Gemeinschaftsarbeit wurde ein Platz an der Lusenheide ausgerodet, planiert und für den Spielbetrieb hergestellt.

Saison 1920/1921
Anschluß am Westdeutschen Spielverband

Das erste wirkliche Ziel war der Anschluss an den Westdeutschen Spielverband. Man gehörte zwar schon zum Emschertaler Spielverband, dies war jedoch nur eine Notlösung um erst mal einen geregelten Spielbetrieb zu haben. 

Jedoch war es nicht ganz so einfach sich dem Westdeutschen Spielverband anzuschließen, nur durch eine Fusion mit dem heutigen TuS 09 Erkenschwick war es möglich. Der Turnverein meldete nunmehr bestehende Spielabteilung beim Westdeutschen Spielverband (WSV) an. Die Fußballabteilung wurde für die Spielsaison 1920/21 der C-Klasse zugeteilt und nahm als "Turnverein Erkenschwick" den Spielbetrieb auf. Diese Mitgliedschaft war der Grundstein zur sportlichen Weiterendwicklung der Sportfreunde Erkenschwick.

DFB Logo 1900 1926svgLigenaufbau 1920/1921
Liganame Ligahöhe
Kreisliga 1. Liga
A-Klasse 2. Liga
B-Klasse 3. Liga
C-Klasse 4. Liga

 

Die Spielklasseneinteilung beim WSV

Die Spielklassen sahen eine Kreisliga und darunter eine A-, B- und C-Klasse vor. Der TV Erkenschwick wurde in der unterste Klasse eingereiht und gehörte zum neu eingerichten Bezirk Recklinghausen, der die Ortschaften Marl, Hüls, Sinsen, Haltern, Dülmen, Lüdinghausen, Selm, Lünen, Waltrop, Datteln, Erkenschwick, Hochkarmark, Herten, Disteln und Scherlebeck umfasste.

 

Nach Fusion der Haltener Vereine kämpften in der C-Klasse insgesamt neun Mannschaften, die alle WSV Neulinge waren. In die gleiche Spielklasse waren mit TV Sinsen, TSV Hüls-Drewer und SV Disteln drei weitere Mitstreiter aus der Landgemeinde Recklinghausen.

Das erste Meisterschaftsspiel führten die Männer von Stimberg gegen TV 63 Recklinghausen. Das Spiel wurde mit 3-2 gewonnen. nachdem das es bei Halbzeit noch 0:0 stand. Die Presse meinte dazu: "Erkenschwick war Recklinghausen körperlich weit überlegen".

Tabellenstand C-Klasse Recklinghausen Saison 1920/1921:
Platz Mannschaft
01 SC 19 Lünen-Nord (N)
02 BV Recklinghausen 19 (N)
03 TV 63 Recklinghausen (N)
04 SV Disteln (N)
05 TV Erkenschwick (N)
06 BV Marl (N)
07 VfR Haltern (N)
08 TSV Hüls-Drewer (N)
09 TV Sinsen (N)
 So richtig gut verlief die erste Meisterschaftssaison bei den Erkenschwickern nicht. Man spielte viel zu unbeständig. Überraschend und unerwartet wurden die Meisterschaftsanwärter SC Lünen oder BV 19 Recklinghausen mit jeweils 2:1 besiegt. aber dann verlor man wieder Spiele gegen Vereine wie Haltern oder Hüls-Drewer. Am Ende der Meisterschaft reichte es für einen guten Mittelplatz.
 Saison 1921/1922

DFB Logo 1900 1926svgLigenaufbau 1921/1922
Liganame Ligahöhe
Gauliga 1. Liga
Kreisliga 2. Liga
A-Klasse 3. Liga
B-Klasse 4. Liga
C-Klasse 5. Liga

Aufrücken in die B-Klasse 

Das wichtigste Ereignis der Saison 1921/22 war der Start der 1920 vom Verband beschlossene Gauliga. Durch die damit verbundene neue Einteilung der Klassen, mit der Gauliga an der Spitze und darunter wie bisher Kreisliga-A-, B- und C-Klasse, rückten die Vereine automatisch in eine neue Klasse auf, die Vereine der vorjährigen C- in die B-Klasse und von der B- in die A-Klasse.

Der TV Erkenschwick rückte damit von der C- in die B-Klasse vor.

(Anmerkung: Entgegen der ersten Vereinschroniken stieg der Verein nicht sportlich in die B-Klasse auf sondern durch eine Reform)  

Die neue B-Klasse setzte sich in der Hauptsache aus vorjährigen Vereinen aus der C-Klasse zusammen, nur Selm, Lüdinghausen und der Sportverein 13 Recklinghausen kamen aus der alten B-Klasse. Nicht mehr dabei waren der Meister SC Lünen Nord, der in die A-Klasse aufstieg, und der Absteiger Sinsen.

 Tabellenstand B-Klasse Recklinghausen Saison 1921/1922:
Platz Mannschaft
01 BV 19 Marl (N) 
02 BV Selm
03 FC Union Lüdinghausen
04 BV Recklinghausen 19 (N)
05 TV 63 Recklinghausen (N)
06 SV Disteln (N)
07 TV Erkenschwick (N)
08 VfR Haltern (N)
09 TSV Hüls-Drewer (N)
10 SV 13 Recklinghausen

Die Spielabteilung der Turner konnten ihren guten Leistungsstand des Vorjahres nicht ganz halten und führte zum Ende der Saison das untere Drittel der Tabelle an.

Zur Saison 1922/1924

Quellenverzeichnis:
  • "O du mein Erkenschwick: Mit Kuzorra zur Spitze im westdeutschen Fußball" von Anton Stark (Autor ) ISBN 978-3-741238178 
  • Chronik der Spvgg. Erkenschwick zum 50. Jubiläum
Zum Seitenanfang