Die A-Junioren der Spvgg. Erkenschwick sind erstmals seit Jahren wieder im Westfalenpokal vertreten. Und die Landesliga-Truppe von Coach Jörg Tottmann, die im November vergangenen Jahres das Kreispokalfinale gegen Ligarivale TSV Marl-Hüls mit 5:4 nach Elfmeterschießen gewonnen hatte, kann in diesem Jahr auf Verbandsebene durchaus weit kommen.

Nach Freilos in Runde eins, wartet am Sonntag ab 10.30 Uhr in der zweiten Runde Bezirksliga-Spitzenreiter FC Preußen Espelkamp.

Ob es ein dankbares Los ist, das die Schwarz-Roten da erwischt haben, wird sich zeigen. Zunächst einmal heißt es für die Nachwuchskicker und ihr Trainerteam am Sonntag ganz früh aufzustehen. Rund zwei Stunden wird die knapp 200 Kilometer lange Anreise in den Kreis Minden-Lübbecke im Regierungsbezirk Detmold in Anspruch nehmen, wo dann bereits um 10.30 Uhr auf dem Kunstrasenplatz an der Koloniestraße der Anpfiff ertönt.

„Wir haben vor sechs Wochen ganz offiziell über das E-Mail-Postfach des Vereins um eine spätere Anstoßzeit gebeten. Eine Antwort haben wir nicht bekommen“, sagt Trainer Tottmann, der auch schon in seiner Zeit bei Westfalia Herne ähnliche Erfahrungen mit dem FC machen musste. „Da sind wir für ein Spiel dreimal angereist. Hinterher hat der Verband Espelkamp dazu verdonnert, zumindest für eine Fahrt die Buskosten zu übernehmen“, erinnert sich Tottmann.

Er selbst habe vor einigen Tagen dann zum gegnerischen Trainer telefonisch Kontakt aufgenommen. „Der hatte auch nichts einzuwenden gegen eine Verlegung nach hinten, hat mich aber an den ersten Vorsitzenden verwiesen. Und der hat das dann mit einer fadenscheinigen Begründung abgelehnt.“ So wird sich der Spvgg.-Tross am Sonntag bereits um 6.30 Uhr auf den Weg machen – mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch.

Die Gastgeber, nach zwölf Spieltagen mit elf Siegen und einer Niederlage bei einem Torverhältnis von 60:3 souveräner Tabellenführer der Bezirksliga Staffel 2, hatten Runde eins ebenfalls kampflos mit einem Freilos überstanden. Bislang spielen die Ostwestfalen eine beeindruckende Saison, verloren Anfang Dezember nur das Topspiel gegen den Tabellenzweiten SV Kutenhausen-Todtenhausen mit 0:1.

Für Erkenschwick gilt es vor allem, das Sturmduo Tibor Leon Sander (23 Tore) und Rene Freimuth (12) in den Griff zu bekommen. Von einer Favoritenrolle seiner Mannschaft will Tottmann daher nichts wissen. „Die spielen eine gute Serie, allerdings weiß man nicht, wie stark die Staffel wirklich ist“, sagt der Oer-Erkenschwicker.

Personell hat Tottmann kaum Sorgen. Für Neuzugang Max Kevin Tekoe, der in fünf Vorbereitungsspielen schon acht Tore erzielte und vier Torvorbereitungen hatte, kommt das Westfalenpokalspiel allerdings noch zu früh. Er ist nach seinem Wechsel von SV Horst-Emscher trotz Freigabe für Pflichtspiele bis zum 20. März gesperrt.

Sollten die „Schwicker“ das Achtelfinale erreichen, in dem auch die Junioren-Bundesligisten aus Westfalen einsteigen, ginge es wieder auswärts gegen den Sieger der Partie TuS Medebach gegen SV Horst-Emscher. Torjäger Tekoe könnte also unter Umständen sein erstes Pflichtspiel für die Spvgg. ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub bestreiten. Im Viertelfinale hieße der Gegner am 3. April vermutlich SC Preußen Münster. Die Domstädter treffen zuvor im Achtelfinale auf den Sieger zwischen FCE Rheine und FC Gievenbeck.

Quelle: Stimberg-Zeitung

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